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Kinderpornografie bei Josef Wesolowski: Ex-Erzbischof hortete Nacktfotos und Filme

Auf den Computern des ehemaligen Erzbischofs Josef Wesolowski wurden mehr als 100.000 kinderpornografische Fotos und Filme gefunden. "Ich kann es erklären", sagt der 66-Jährige.

Schon im vergangenen Jahr wurde Josef Wesolowski wegen Missbrauchsvorwürfen von seinem Posten als Papst-Botschafter in der Dominikanischen Republik abberufen

Schon im vergangenen Jahr wurde Josef Wesolowski wegen Missbrauchsvorwürfen von seinem Posten als Papst-Botschafter in der Dominikanischen Republik abberufen

Beim ehemaligen Erzbischof Josef Wesolowski sollen mehr als 100.000 kinderpornografische Fotos und Videos gefundetn worden sein. Das berichtet die italienische Zeitung "Corriere della Sera". Dem Blatt zufolge habe der ehemalige Papst-Botschafter in der Dominikanischen Republik ein umfangreiches Archiv mit Bildern und anderem Material auf seinem Computer angelegt - "eine Galerie des Horrors", schreibt die Zeitung. 86.000 Bilder seien auf dem Vatikan-eigenen PC gefunden worden. Den Rest habe der polnische Bischof auf seinem Laptop gespeichert und mit sich herumgetragen, wenn er etwa auf Reisen gewesen sei.

Teils handle es sich um aus dem Internet heruntergeladene Bilder, teils um Bilder, die die Opfer selbst hätten schießen müssen. Es seien Jungs zwischen 13 und 17 Jahren zu sehen, die vor der Kamera gedemütigt und untereinander und mit Erwachsenen zum Sex gezwungen wurden. Die Dateien seien nach Themen sortiert. Es gebe auch Fotos, die Mädchen zeigten, aber die Mehrheit der Opfer sei männlich. Die Ermittler versuchten nun, Komplizen ausfindig zu machen. Es bestehe der Verdacht, dass der Geistliche Teil eines internationalen Netzwerkes ist. Zu den gefundenen Bildern kämen noch 45.000 gelöschte hinzu.

Wesolowski ist der erste hochrangige Kirchenvertreter, der sich wegen Missbrauchsvorwürfen in einem Strafverfahren vor einem vatikanischen Gericht verantworten muss. Ihm wird vorgeworfen, sieben Kinder missbraucht zu haben. Papst Franziskus hatte ihn vergangenes Jahr von seinem Posten in der Dominikanischen Republik abberufen, am Dienstag hatte der Vatikan ihn dann unter Hausarrest gestellt. Als ihm dies mitgeteilt wurde, hatte der 66-Jährige gesagt: "Ich kann es erklären". Zu dieser Erklärung ist es bislang noch nicht gekommen, da ihm die Behörden rieten, einen Anwalt einzuschalten. Die Beweise gegen ihn seien erdrückend.

car
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