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BGH bestätigt Urteil Esoteriker-Paar muss wegen Kindesmisshandlung drei Jahre in Haft


Die Angeklagten aus der Sekte "Neue Gruppe der Weltdiener" verweigerten ihrem an Mukovizidose erkrankten Kind aus religiösen Gründen die lebensnotwendige Behandlung. Der Bundesgerichtshof wertete das Verhalten als vorsätzliches Quälen und bestätigt das Hafturteil.

Der als "Guru von Lonnerstadt" bekannt gewordene Sektenführer Gerhard Lebok und seine Frau sind wegen schwerer Kindesmisshandlung nun rechtskräftig zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf am Dienstag die Revision der Angeklagten gegen eine Verurteilung des Landgerichts Nürnberg-Fürth zu jeweils drei Jahren Haft wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Kranker Junge musste leiden

Nach Überzeugung des BGH-Strafsenats ließen die Mutter und ihr Lebensgefährte den damals zwölf Jahre alten Jungen ab Ende 1999 absichtlich leiden, indem sie die dringend notwendige Behandlung seiner Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose abbrachen und stattdessen auf alternative Heilmethoden vertrauten. "Darin sieht der Senat ein Quälen", sagte der Vorsitzende Richter. Die Mutter und der "Guru", der sich selbst als "Lehrer der zeitlosen Weisheit" bezeichnet, müssen die Haft antreten, da eine Aussetzung der Strafe auf Bewährung nicht möglich ist.

hev DPA AFP

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