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Kindstötung in Darry: Mutter klagte 2004 über ihre Situation

Die Mutter der fünf im schleswig-holsteinischen Darry getöteten Kinder hat sich bereits im Jahr 2004 in einem Lokalzeitungsbericht über Schwierigkeiten mit ihrer Familie beklagt. Sie berichtete vor allem über die Auswirkungen der Behinderungen einer ihrer Söhne auf das Familien- und Nachbarschaftsleben. Demnach war ihr mittlerer Sohn an Autismus erkrankt.

Von Inken Ramelow, Darry

Nach stern.de-Informationen klagte Steffi B., die Mutter der fünf im schleswig-holsteinischen Darry getöteten Kinder, bereits 2004 darüber, dass die Behinderung eines ihrer Söhne zu Schwierigkeiten in der Familie und mit Nachbarn führe. "Wir müssen unsere ganze Aufmerksamkeit auf Liam konzentrieren und deshalb kommen seine Geschwister, auch wenn wir das nicht möchten, oft zu kurz", sagte Steffi B. im Gespräch mit einer Lokalzeitung.

Laut dem Bericht litt Liam, der Drittgeborene, an Autismus. Die Symptome der Krankheit würden der Familie sehr zu schaffen machen, sagte Steffi B. Bis zu 20 Mal pro Nacht sei der Kleine wach geworden. Wegen seiner Krankheit habe sich Liam oft an den Polstern seines Bettes abreagiert, berichtete die Mutter. Das habe sehr viel Lärm gemacht und die Nachbarn gestört, sagte sie.

"Eigentlich ist Liam ein glückliches Kind, wenn man ihn so sein lässt, wie er ist. Und auch wir haben mit der Tatsache, dass er behindert ist, kein Problem und lieben unseren Sohn", sagte die Mutter laut dem Zeitungsbericht aus dem Jahr 2004. Ende 2004 schrieb sie zudem eine E-Mail an einige Besucher einer Internetseite, die die Eltern offenbar für ihren behinderten Sohn eingerichtet hatten. In dieser Nachricht bedankte sich die Mutter für das Interesse an der Homepage.

Wegen der Situation habe B. laut des Zeitungsberichts auch den Kinderschutzbund um Hilfe gebeten. Die Vorsitzende des Kreisverbandes Plön sagte der Familie laut dem Bericht damals ihre Unterstützung zu.

Nach dem vierten Kind sterilisieren lassen

Laut einer E-Mail, die stern.de vorliegt, und von einer Frau namens "Nadine" verfasst wurde, die sich selbst als Freundin der Mutter bezeichnete, hatte sich die Mutter der fünf getöteten Kinder nach der Geburt ihres vierten Sohnes sterilisieren lassen. Trotz des Eingriffs wurde sie jedoch zum fünften Mal schwanger.

Wegen der Behinderung Liams war die Familie 2004 auf der Suche nach einem Einfamilienhaus in der Gegend von Plön gewesen. In dem 450-Seelen-Ort-Darry wurde sie fündig. Damals wohnte auch der Vater der jüngeren Kinder, Michael K., mit seiner Familie zusammen.´

Am Mittwochabend wurde Steffi B. wegen des Verdachts der fünffachen Kindstötung in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

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