Kindstötungen von Darry Mutter tötete im Wahn


Die Mutter der fünf getöteten Kinder aus Darry in Schleswig-Holstein hat unter einer paranoiden Schizophrenie gelitten. Die Staatsanwaltschaft fordert ihre Unterbringung in einer geschlossenen Klinik. Die Frau hatte ihre Söhne erst mit Schlafmitteln betäubt und dann mit Plastiktüten erstickt, weil sie sich von einer bösen Macht dazu getrieben sah.

Die Mutter der fünf getöteten Kinder aus Darry soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft in eine geschlossene Klinik. Von der 32-Jährigen gehe eine Gefahr für die Allgemeinheit aus, sagte Staatsanwalt Michael Bimler in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Kiel. Es bestehe kein Zweifel an der Schuldunfähigkeit von Steffi K.. Das abschließende psychiatrische Gutachten habe gezeigt, dass das Wahnsystem, in dem K. lebte, letztlich der Auslöser für die Tat gewesen sei.

Der Nebenkläger, der Ehemann der Beschuldigten und Vater der drei jüngsten Söhne, Michael K., schloss sich der Forderung im Prinzip an. Allerdings solle die Unterbringung "dauerhaft" sein, sagte seine Anwältin. Auch der Verteidiger von Steffi K. stimmte der Forderung der Staatsanwaltschaft zu und betonte, diese habe wie vom Gutachter dargestellt "aus altruistischen Gründen gehandelt".

Der Sachverständige hatte zuvor erklärt, Steffi K. habe ihre Kinder im Wahn getötet. Sie habe eine paranoide Schizophrenie. Zum Tatzeitpunkt sei ihre Einsichtsfähigkeit aufgehoben gewesen, sagte der Psychiater Wolf-Rüdiger Jonas. Er führte aus, dass K. mindestens seit Anfang 2006 in einem Wahnsystem lebte. Sie habe nach eigenen Angaben zunehmend Stimmen aus dem Jenseits gehört, die ihre Kinder bedroht hätten. K. habe die Rettung nur darin gesehen, ihre Kinder "im Jenseits in Sicherheit zu bringen".

Die 32-Jährige hatte vor dem Verfahren eingeräumt, Anfang Dezember 2007 ihre fünf Söhne im Alter von drei bis neun Jahren in dem Haus der Familie mit Tüten erstickt haben. Ihren Mann hatte sie zuvor zu Freunden nach Berlin geschickt. Nach der Tat versuchte sie, sich ebenfalls das Leben zu nehmen, fuhr dann jedoch in eine psychiatrische Klinik, wo sie einem Arzt die Tat gestand. Das Urteil ist für nächsten Donnerstag geplant.

AP AP

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