Kleines Kind erstickt Haftstrafen im Rotkohl-Prozess


Der kleine Justin war nach dem Füttern mit Rotkohl qualvoll erstickt. Nun wurden seine Mutter und deren Lebensgefährte zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.

Nach dem qualvollen Tod des kleinen Justin hat das Landgericht Kaiserslautern die Mutter des Kindes und ihren Lebensgefährten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der 24 Jahre alte Angeklagte muss wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung von Schutzbefohlenen neun Jahre ins Gefängnis. Die 24-jährige Mutter erhielt eine vierjährige Haftstrafe wegen fahrlässiger Tötung und Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen.

Schluckreflex hat ausgesetzt

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 17 Monate alte Junge Anfang 2006 an den Folgen schwerer Misshandlungen starb. Justin soll nach dem Füttern mit Rotkohl erstickt sein, weil sein Schluckreflex nach heftigem Schütteln nicht mehr funktionierte. Die 24-Jährige und ihr gleichaltriger Freund bestritten die Vorwürfe.

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft für Justins Mutter und zehn Jahre für ihren Lebensgefährten gefordert. Sie sah in dem Mann den "Aktivtäter". Er soll das Kind Weihnachten 2005 geschüttelt und auch zuvor mehrfach misshandelt haben. Der Mutter warf der Anklagevertreter vor, die Gewalttaten nicht verhindert zu haben. Die Verteidiger der Angeklagten hatten dagegen milde Strafen für ihre Mandanten gefordert. Ihnen sei lediglich vorzuwerfen, dass sie eine Verbrühung Justins nicht angemessen hätten behandeln lassen.

Der Fall hatte für Entsetzen gesorgt, weil die Staatsanwaltschaft Justins Mutter zunächst vorgeworfen hatte, den Jungen so sehr mit Rotkohl voll gestopft zu haben, dass er daran schließlich starb. Ein medizinisches Gutachten kam allerdings zu dem Schluss, dass der Junge zuvor heftig geschüttelt wurde und die dabei erlittenen Hirnschäden seinen Schluckreflex beeinträchtigten.

DPA DPA

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