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Klinik in Wegberg: Skandal-Chefarzt steht vor Gericht

Fehlende Blutkonserven, unnötige Gallenblasen-Operationen, Zitronensaft zur Wunddesinfektion: Mit solchen Praktiken soll ein Chefarzt eine Klinik in Wegberg saniert haben. Jetzt hat der Prozess gegen den Mediziner begonnen. Die Anklage: Körperverletzung mit Todesfolge und fahrlässige Tötung.

Vor dem Landgericht in Mönchengladbach hat am Donnerstag der Prozess um einen der größten Krankenhaus-Skandale in Deutschland begonnen. Der ehemalige Chefarzt einer Klinik im niederrheinischen Wegberg muss sich wegen des Todes von sieben Patienten und Körperverletzung in mehr als 60 Fällen verantworten. Neben dem Klinikleiter sind fünf andere Ärzte angeklagt, das Verfahren gegen zwei weitere Mediziner wurde gegen Geldauflagen eingestellt.

Dem früheren Chefarzt, der das St. Antonius-Krankenhaus in Wegberg Anfang 2006 übernommen hatte, werden Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen und fahrlässige Tötung in vier Fällen vorgeworfen. Der Mann habe nach dem Kauf der Klinik sämtliche Abteilungen einem strikten Spardiktat unterworfen, heißt es in der Anklage. Auf seine Anweisung hin sei bei der Gabe von Blutkonserven und teuren Medikamenten gespart worden. In vielen Fällen wurde demnach zur Wunddesinfektion statt einer teuren sterilen Lösung frisch gepresster Zitronensaft verwendet.

Operationen ohne medizinische Begründung

Zudem führte der Mediziner laut Anklage zahlreiche Operationen durch, für die es keine medizinische Begründung gab - etwa unnötige Gallenblasen-, Nieren-, Blinddarm- und Brustfellentfernungen. Bei der Behandlung einiger Patienten soll sich der Klinikchef darüber hinaus medizinische Fachkompetenz angemaßt haben, die er nicht hatte. Dadurch sei es zu folgenreichen medizinischen Fehlentscheidungen gekommen, die in sieben Fällen den Tod der Patienten nach sich gezogen hätten.

Der Hauptangeklagte war Klinik-Besitzer, Chefarzt und ärztlicher Direktor in einer Person. Am 1. Januar 2006 hatte der Arzt das kleine St. Antonius-Krankenhaus von der Kommune Wegberg für geschätzte 26.000 Euro gekauft, als es vor der Insolvenz stand. Das Krankenhaus hatte knapp 100 Betten und beschäftigte rund ein Dutzend Ärzte.

Der Mediziner ist immer noch Geschäftsführer der Klinik, die ärztliche Zulassung war ihm entzogen worden. Nach mehreren Monaten Untersuchungshaft ist er derzeit auf freiem Fuß. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. Mindestens einer der Angeklagten praktiziert auch noch in dem Krankenhaus.

Überraschender Befangenheitsantrag

Die Hauptverhandlung ist zunächst auf 24 Prozesstage angesetzt. Der Prozess wird sich nach Angaben eines Gerichtssprechers sehr aufwendig gestalten, weil eine Vielzahl von Einzelfällen aufzuklären ist. Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt 106 Zeugen und sechs medizinische Sachverständige benannt, ein Urteil wird nicht vor März nächsten Jahres erwartet.

Am Donnerstag wurde der Prozess bereits nach wenigen Minuten überraschend unterbrochen. Der Verteidiger des Hauptangeklagten stellte gleich zu Beginn der Verhandlung einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Lothar Beckers und eine Beisitzerin. Beckers kündigte daraufhin eine Beratung über den Antrag an und unterbrach den Prozess. Die Verhandlung soll in der nächsten Woche fortgesetzt werden.

DPA/AP / AP / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.