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Fahndungserfolg: Polizei nimmt Tatverdächtigen aus Kölner Silvesternacht am Bodensee fest

Die Hartnäckigkeit eines Ladendetektivs aus Konstanz hat zur Festnahme eines mutmaßlichen Täters der Silvester-Übergriffe von Köln geführt. Der Mann hatte den Tatverdächtigen nach einem Ladendiebstahl verfolgt und der Polizei gemeldet.

Zahlreiche Menschen sind an Silvester in Köln auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs zu sehen

Der Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs am Silvesterabend

Die Polizei hat am Bodensee einen weiteren mutmaßlichen Täter aus der Kölner Silvesternacht gefasst. Dem 19-Jährigen würden sexuelle Nötigung und Raub vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Der Marokkaner soll zusammen mit 20 bis 30 weiteren Männern nahe des Kölner Hauptbahnhofs ein Paar umzingelt und bedrängt haben. In dem Gewühl sei dem männlichen Opfer die Geldbörse gestohlen worden. 

Die Polizei konnte den 19-Jährigen nun festnehmen, als er am Mittwoch zusammen mit einem Begleiter in einem Einkaufszentrum in Konstanz Lebensmittel und Zigaretten stahl. Wie die Polizei in Konstanz mitteilte, verfolgte ein Detektiv die beiden Männer bis ins benachbarte schweizerische Kreuzlingen und informierte die Polizei. Bei der Überprüfung der Personalien habe sich herausgestellt, dass der 19-Jährige mit einem internationalen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Köln gesucht wird. 

Opfer erkannte Tatverdächtigen von Köln wieder

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der 19-Jährige am 3. Januar schon einmal festgenommen worden, und zwar wegen eines Taschendiebstahls vom selben Tag in Köln. Dafür musste er eine Woche Jugendarrest absitzen und wurde erkennungsdienstlich behandelt. Später legten die Ermittler sein Foto Opfern aus der Silvesternacht vor, darunter auch dem bestohlenen Paar. Die Frau erkannte den 19-Jährigen wieder, woraufhin der inzwischen untergetauchte Mann zur Fahndung ausgeschrieben wurde.  

Rund um den Kölner Hauptbahnhof waren in der Silvesternacht zahlreiche Frauen von Männergruppen - nach Angaben von Zeugen vor allem nordafrikanischer oder arabischer Herkunft - umzingelt, sexuell bedrängt und teilweise auch missbraucht sowie bestohlen worden.


mod / DPA