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Mordserie in Cali 17-jähriger Kolumbianer soll 30 Menschen getötet haben


Die Tat sorgt selbst im jahrelang von Bürger- und Drogenkrieg geschüttelten Kolumbien für Aufsehen. Ein 17-Jähriger soll in Cali mindestens 30 Menschen getötet haben. Seine mörderische Karriere begann im zarten Alter von 12.

"Frijolito" hört sich niedlich an. Doch wer immer es mit der "kleinen Bohne" in den vergangenen Jahren zu tun bekam, dem ist es wahrlich schlecht ergangen. Mindestens 30 Menschenleben soll der 17-Jährige auf dem Gewissen haben. Das ist selbst für Kolumbien, wo in den vergangenen Jahren angesichts von Bürgerkrieg, Drogenkriminalität und Entführungen durch Guerillas Gewalt alltäglich war, ein außergewöhnlicher Fall.

Vier Monate jagte die Stadtpolizei von Cali den berüchtigten Jugendlichen. Als es kürzlich in einem Einkaufszentrum der Stadt zu einem Doppelmord kam, schlug die Polizei zu und - so Polizeichef Hugo Casas - "befreite die Stadt" von dem jungen Mörder und Bandenchef. Ein Jugendrichter entschied, dass "Frijolito" zunächst in eine Jugendstrafanstalt eingewiesen wurde, ehe er in ein reguläres Gefängnis verlegt wird, sobald er volljährig geworden ist.

"Frijolitos" Karriere begann mit 12

Seine kriminelle Karriere begann der Jugendliche, dessen bürgerlicher Name wegen der laufenden Ermittlungen bisher nicht veröffentlicht wurde, im zarten Alter von 12 Jahren. Damals lebte er bei seinen Eltern in der Cauca-Provinz, hatte dort jedoch keine Chance, eine Schule zu besuchen. So versuchte er sein Glück im nahe gelegenen Cali. Dort, in einer der gefährlichsten Städte der Welt, geriet er rasch auf die schiefe Bahn. Wie es heißt, verschaffte er sich seine ersten Unterkünfte, indem er Auftragsmorde beging.

Mit den Jahren erarbeitete sich "Frijolito", dessen Spitzname aus einem Roman über kolumbianische Auftragskiller stammt, den Ruf besonderer Kaltblütigkeit. Mit seiner Bande "Los del Ave" (übersetzt in etwa "Die Vögel") war er zuletzt eine feste Größe in der Unterwelt von Cali. Das Geschäft der Truppe: Drogen und Auftragsmorde. Nun suchen die Ermittler nach "Frijolitos" Komplizen. Dass die "kleine Bohne" auf legalem Wege das Gefängnis noch einmal verlassen wird, gilt als unwahrscheinlich.

dho

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