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Konsequenzen aus Mord an Ägypterin El-Sherbini: Sicherheitsvorkehrungen an Sachsens Justizgebäuden werden verschärft

Als Konsequenz aus dem Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini sollen die Sicherheitsvorkehrungen an allen Justizgebäuden in Sachsen deutlich verschärft werden.

Als Konsequenz aus dem Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini sollen die Sicherheitsvorkehrungen an allen Justizgebäuden in Sachsen deutlich verschärft werden. So soll die Zugangskontrolle zu den Gerichten verstärkt und die Zahl der Justizwachtmeister aufgestockt werden, erklärte Landesjustizminister Jürgen Martens (FDP) am Montag bei der Vorstellung des neuen Sicherheitskonzepts in Dresden.

Darüber hinaus sollen die bislang unbewaffneten Justizwachtmeister zunächst für drei Jahre mit Pfefferspray ausgerüstet werden. Justizgebäude, die bisher noch kein Notrufsystem zur Auslösung von Alarmen haben, sollen damit künftig ausgestattet werden.

Die 31-jährige Marwa El-Sherbini war am 1. Juli während einer Verhandlung im Dresdner Landgericht erstochen worden. Der zur Tatzeit 28-jährige Alex W. hatte die Tatwaffe versteckt in seinem Rucksack mit in den Gerichtssaal genommen. Er wurde vor knapp drei Wochen zu lebenslanger Haft verurteilt.

Martens betonte, Ziel des Konzepts sei die Erhöhung des generellen Sicherheitsstandards in allen Justizstandorten. "Wir können und wollen die Justizgebäude aber nicht zu Festungen ausbauen und sie damit praktisch von der Öffentlichkeit abschotten", erklärte der Minister. Gefährliche Gegenstände hätten in Justizgebäuden aber nichts zu suchen. Deshalb würden die Zugangskontrollen verschärft.

Zudem sollen alle Gerichte und Staatsanwaltschaften Metalldetektorschleusen und Handsonden ausgestattet werden. Zudem sollen stichprobenartig und "in besonderen Gefährdungssituationen" Geräte zur Gepäckdurchleuchtung eingesetzt werden. Bei den größeren Landgerichten sollen zudem mobile Einsatzgruppen gebildet werden, die Kontrollen auch an kleineren Gerichten vornehmen sollen.

AFP / AFP