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Kontroverses Todesurteil in den USA: Troy Davis muss sterben

Ende eines der umstrittensten Fälle der US-Geschichte: Wegen fehlender Beweise kämpfte Troy Davis 20 Jahre lang für die Aufhebung seines Todesurteils. Nun wurde seine letzte Hoffnung zerstört.

Von Niels Kruse

Troy Davis ist Afro-Amerikaner. Er sitzt seit vielen, vielen Jahren in einer Todeszelle in Georgia und wartet auf sein Ende. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, denn in den US-Gefängnissen wimmelt es von Leuten wie ihn: männlich, nicht sonderlich gebildet und schwarz. Es ist der klassische Typus des Todeskandidaten, auf die der Strang, der elektrische Stuhl oder, wie im Fall von Troy Davis, die Giftspritze warten. Selbst das Verbrechen, dessen er für schuldig befunden wurde, ist der Grund für 80 Prozent aller Hinrichtungen: Mord an einem weißen Mann.

Und doch ist etwas anders bei Troy Anthony Davis, 42, aus Cloverdale, Georgia, vor 20 Jahren zum Tode verurteilt, Exekutionsdatum: Mittwoch, 21. September 2011. Seit Jahren tobt ein Sturm der Entrüstung gegen den Vollzug des Urteils. Erst vergangenen Freitag hatten weltweit Zehntausende Menschen gegen den staatlich sanktionierten Mord an Davis protestiert. An diesem Montag sind rund 200 Aktivisten vor einem Gericht in Atlanta erschienen, um gegen die Hinrichtung des mutmaßlichen Polizistenmörders zu protestieren. Im Gebäude tagte der Begnadigungsausschuss, und hat nun entschieden: Keine Gnade für Davis, der Mann wird hingerichtet. Damit gibt es keine Hoffnung mehr für ihn. Amnesty International spricht von einem "riesigen Rückschlag für die Menschenrechte in den USA". Davis sei unter "dubiosen Umständen" verurteilt worden.

Georgia sorgt nicht zum ersten Mal für Aufregung

Die Todesstrafe wurde in den USA 1977 wieder eingeführt. Allerdings ist sie nicht in allen Bundesstaaten erlaubt, Illinois etwa hatte sie in diesem Frühjahr wieder abgeschafft. Insgesamt ist die Zahl der Hinrichtungen seit 1997 stark rückläufig. Der Südstaat Georgia sorgt nicht zum ersten Mal mit einem Todesurteil für Aufregung: 1996 wurde ein offenbar geistig zurückgebliebener Angeklagter zum Tode verurteilt, obwohl er keinen Verteidiger hatte.

Für Troy Davis begann das Unglück am Abend des 18. August 1989. Der junge Mann, damals 20 Jahre alt, kam mit einem Freund von einer Party zurück, als sie Zeugen wurden, wie ein Mann namens Sylvester 'Redd' Coles sich mit einem Obdachlosen um ein Bier stritt. Mark MacPhail, ein Polizist, der gerade keinen Dienst hatte, wollte den Streit schlichten und wurde dabei mit einem Schuss ins Herz und ins Gesicht niedergestreckt. Als die Leiche des 27-Jährigen gefunden wurde, steckte sein Revolver noch im Halfter. Zeugen sagten später aus, der Mörder hätte ein weißes Hemd getragen.

Beweise? Gibt es nicht!

Geboren wurde Davis am 9. Oktober 1968. Seine Eltern ließen sich früh scheiden, er wuchs mit seinen vier Geschwistern in einer Durchschnittssiedlung auf. Die Schule brachte er mit Ach und Krach zu Ende. Sein Chef in einer Gleisbau-Fabrik sagte über ihn, er sei ein guter Junge. Allerdings hatte es Davis mit der Disziplin wohl nicht allzu genau genommen: Er erschien immer seltener zur Arbeit, bis er irgendwann gar nicht mehr kam. Weihnachten 1988 war das. Acht Monate vor dem verhängnisvollen Sommerabend.

Der Hinweis mit dem weißen Hemd ist bis heute einer der wenigen, der als gesichert gilt. Noch in derselben Nacht sagte Redd Coles der Polizei, er habe gesehen, wie Davis mit einer Waffe in der Hand den Obdachlosen bedrohte habe. Auf diese Aussage beruht das Urteil gegen den 42-Jährigen. Das Problem: Coles stand kurzzeitig selbst im Verdacht, den Polizisten umgebracht zu haben. Doch Troy Davis wurde verhaftet, sein Haus durchsucht. Beweise für seine Schuld aber sind nicht aufgetaucht: weder die Tatwaffe, noch DNA-Spuren, noch Fingerabdrücke, die auf die Täterschaft Davis' hindeuten. Der Beschuldigte selbst streitet bis heute den Mord ab.

Die Polizei soll Druck auf die Zeugen ausgeübt haben

Was folgte, war ein langer Gerichtsprozess, der am 28. August 1991 mit einem Schuldspruch und dem Todesurteil endete. In der Jury saßen damals sieben Schwarze und fünf Weiße. Jetzt, 20 Jahre später, sagte eine der Geschworenen: "Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß, säße Troy Davis nicht in der Todeszelle." Denn in der Zwischenzeit haben sieben von neun Zeugen ihre Aussagen ganz oder in wesentlichen Teilen zurückgenommen. Die Polizei hätte sie damals unter Druck gesetzt, sagten einige von ihnen. Nur Coles, der die Tat als einziger gesehen haben will, beharrt auf seinen Angaben. Was den Fall noch verwirrender macht: Nach der Verurteilung Davis' sollen zwei weitere Personen behauptet haben, ein anderer Verdächtiger habe zugegeben, für MacPhails Tod verantwortlich zu sein.

Troy Davis und seine Verteidiger hatten das offenbar alles andere als wasserdichte Urteil nie akzeptiert. Sie gingen immer wieder in Berufung. Am Ende aber befanden die Gerichte stets: Der Gefangene könne seine Unschuldsbehauptung nicht überzeugend untermauern. Schließlich landete der Fall im August 2009 vor dem Obersten Gerichtshof der USA, der, ungewöhnlich genug, in seiner Sommerpause, entschied, der Delinquent Troy Davis habe das Recht auf eine neue Anhörung. Doch obwohl die Zeugen bereits ihre Aussagen fallen gelassen hatten, bestätigte das Gericht in Savannah das Todesurteil. Davis zog erneut vor das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten, das allerdings die Wiederaufnahme des Verfahrens ablehnte.

Selbst der Papst unterstützte Davis

Das umstrittene Todesurteil gegen Troy Davis schlug in den USA hohe Wellen. Später wurde daraus eine weltweite Unterstützungkampagne: Auf einer Liste, die Gnade für den 42-Jährigen fordert, findet sich Papst Benedikt XVI, neben Persönlichkeiten wie Ex-US-Präsident Jimmy Carter, der Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, und die EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Und Stars aus der Showbranche wie die Popband R.E.M., den Sänger Harry Belafonte und die Schauspielerin Mia Farrow. Insgesamt haben rund eine Million Menschen das Gnadengesuch für den Verurteilten solidarisch unterzeichnet. Doch es hat alles nichts genützt. In einem Gefängnis in Jackson wird Troy Davis am Mittwoch, den 21. September, um 19 Uhr Ortzeit durch eine tödliche Injektion sterben.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(