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Krawalle in London und Finanzkrise: Wir und die Gier

Die Randalierer in London sind Verbrecher: Sie nehmen sich, was sie kriegen können. Aber haben sie nicht Vorbilder im unkontrollierten Kapitalismus?

Ein Kommentar von Sophie Albers

Ein Wort, das bei den diversen Beschreibungsversuchen der Plünderer von London immer wieder fällt, ist "Gier". "Die Gier der Straße" habe sich gezeigt, "Gier frisst Werte auf" , wenn die Scheiben bersten, "am Ende war es doch nur die Gier" und nicht der politisch motivierte Protest, der Hunderte Menschen zu Gesetzesbrechern gemacht hat.

Das ist derzeit ein großes Dilemma: Während die Konservativen es sich so einfach machen, den "Unterschichtenmob" (Londons Bürgermeister Boris Johnson) mit größtmöglicher Verachtung zu strafen, und Premier David Cameron verspricht, dass jeder Plünderer und Randalierer hinter Gitter kommt, sucht die Linke zuweilen fast verzweifelt, die Ausschreitungen mit den schwärenden sozialen Missständen zu erklären. Es wäre doch unerträglich, wäre es einfach nur die unzivilisierte Gier, die Menschen Anstand und Moral vergessen ließ.

Die allein ist es natürlich nicht - das wird auch Cameron noch begreifen -, aber sie war Teil der Gruppendynamik. Sie ist ein anerkannter Teil unserer Gesellschaft. In Großbritannien, in Deutschland, in aller Welt.

Die gesellschaftsfähige Todsünde

Zwar gilt die Gier den Katholiken als Todsünde, doch in Zeiten von Managerboni trotz Finanzkrise ist das nicht nur bei säkularisierten Menschen in Vergessenheit geraten. "Gier ist gut", lautet das berühmte Zitat aus Oliver Stones Film "Wall Street" (1987), in dem es um Börsenspekulationen auf Kosten schwächerer Konzerne geht. Und Stone selbst hat sich damals gewundert, dass der Bösewicht seines Films und Sprecher des Satzes, der Börsenhai Gecko, zum Helden wurde.

Ein kurzer Blick aufs Weltgeschehen zeigt die Verbreitung des Übels. Gier und Rücksichtslosigkeit gehören längst zum Alltag der Eliten:

Gier hat in den USA die Immobilienblase aufgepumpt und platzen lassen und zur großen Finanzkrise 2009 geführt. Ein Jahr und milliardenschwere Hilfspakete später geht es Banken und ihren Spekulanten, die Millionen Menschen ruiniert und Existenzen zerstört haben, trotzdem prächtig. Wirklich bestraft wurde von den Entscheidungsträgern niemand. Und hat jemand seinen Job verloren, reichen die Boni für einen behaglichen Lebensabend.
Reine Gier zeigte sich, als im Jahr der Krise in Großbritannien bekannt wurde, dass britische Politiker in ihren Spesenabrechnungen Steuergelder für persönliche Belange verpulverten - vom Hausbau bis zum Schokoriegel.
Die Gier der Menschen, die sich vor Steuern drücken und in die eigene Tasche wirtschaften, hat Griechenland in den Bankrott geritten.
Gier hat die kriminelle Seite der Medien offengelegt, wie der Abhörskandal im Murdoch-Imperium zeigt.
Und in Deutschland wird niemand je diesen selbstherrlichen Manager mit seinen "Peanuts" vergessen.

Warum also sollte ein Junge aus Croydon, der nichts hat, nicht mal die Aussicht darauf, dass sich das ändert, es besser machen? Und welche Vorbilder haben eigentlich Kinder und Jugendliche in Berlin oder New York, die sehen, dass Gier in der Erwachsenenwelt zu Erfolg und Reichtum führt? In der "schlechtes" Handeln nicht automatisch für ein "schlechtes" Leben sorgt?

Grenzenlose Gier

Gier kennt keine Grenzen oder Ideologien. Sie steckt in jedem - egal ob arm oder reich, links oder rechts, Oxford-Absolvent oder Rütli-Schüler.

Denn - und warum wundert das eigentlich irgendjemanden - die Gier ist am größten, wenn der andere mehr hat.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.