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Erneute Gewalt gegen Beamte: Polizisten nach Streit wegen Falschparkens attackiert und verletzt

Erneut sind in NRW Polizisten angegriffen worden - dieses Mal in Krefeld. Dabei sollten sie nur einen Streit wegen Falschparkens schlichten. Zwei Beamte kamen zu Schaden. Erst am Wochenende hatte eine Männergruppe in Düren zehn Polizisten zum Teil schwer verletzt.

Gewalt gegen Polizisten in Krefeld: Ein Knöllchen klemmt unter dem Scheibenwischer eines Autos

In Krefeld wollte eine 19-Jährige nicht akzeptieren, dass ihr Auto abgeschleppt wird

Erst Düren, jetzt Krefeld: Erneut sind in Nordrhein-Westfalen Polizeibeamte von mehreren Tätern attackiert und verletzt worden. Und schon wieder war ein Streit wegen Falschparkens der Auslöser für den Angriff, der sich Angaben der Polizei zufolge bereits am Mittwoch ereignete.

Demnach waren die Polizisten von zwei Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes zu Hilfe gerufen worden, weil diese beim Versuch, das Auto einer 19-Jährigen wegen gleich mehrerer Verstöße abzuschleppen, vom Vater der Parksünderin massiv bedroht fühlten. Auch als die Beamten eintrafen, beruhigte sich der 41-Jährige nicht und störte stattdessen die Abschleppanordnung unverändert. Als er daraufhin in Gewahrsam genommen werden sollte, eilten neben der Fahrzeughalterin zwei weitere Frauen im Alter von 20 und 39 Jahren sowie ein 21-Jähriger herbei und versuchten ihrerseits, die Ingewahrsamnahme zu verhindern, heißt es in der Pressemitteilung der Krefelder Polizei.

Polizei Krefeld nimmt Halterin vorläufig fest

Die Beamten seien dabei mit Schlägen und Tritten attackiert worden. Ein 57-jähriger Polizist wurde bei der Aktion derart verletzt, dass er seinen Dienst nicht fortsetzen konnte. Eine 37-jährige Kollegin erlitt leichte Verletzungen. Die Ordnungsdienst-Mitarbeiterinnen kamen ohne Blessuren davon.

Erst als die Polizisten vor Ort durch weitere Einsatzkräfte verstärkt wurden, gelang es, die Halterin vorläufig festzunehmen. Obwohl die 19-Jährige keinen festen Wohnsitz hatte, ließ man sie nach der Entrichtung einer Sicherheitsleistung wieder frei. Sie und die vier anderen Angreifer erwartet nun Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollzugsbeamte. Das Auto wurde abgeschleppt.

Auch in Düren brutale Attacke auf Polizisten

Nur fünf Tage vor der Attacke in Krefeld war es bereits in Düren zu einem ähnlichen Zwischenfall gekommen. Dort hatten am 12. November mehrere Männer zehn Polizisten angegriffen und zum Teil schwer verletzt. Ärger über ein ausgestelltes Knöllchen hatte die Attacke ausgelöst. Ein Mitarbeiter des Ordnungsdienstes war beim Ausstellen des Strafzettels so heftig bedroht worden, dass er die Polizei zu Hilfe rief. Die eintreffenden Polizisten hätten sich am Einsatzort "roher Gewalt und Aggression" ausgesetzt gesehen, heißt es im Polizeibericht vom Wochenende. Unter anderem soll ein mutmaßlicher Täter einem Beamten mit einem Radschraubenschlüssel schwerste Gesichtsverletzungen zugefügt haben. Neun weitere Polizisten wurden bei dem Angriff leicht oder mittelschwer verletzt.

Am vergangenen Mittwoch nahmen Spezialeinsatzkräfte der Polizei daraufhin zwei Männer, einen Vater und seinen Sohn, fest. Nach zwei weiteren Tatverdächtigen wird derzeit noch international gefahndet.

mod