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Krimi um Bahlsen-Wahrzeichen Krümelmonster will Keks zurückgeben


Der Entführer im Krümelmonster-Look hat offenbar Mitleid mit dem Bahlsen-Chef: Weil Werner Bahlsen den Keks "ganz dolle vermisst, geb ich den zurück", schreibt der Erpresser in einem neuen Brief.

Im Keks-Krimi von Hannover hat das Krümelmonster offensichtlich ein Einsehen: In einem neuen Brief kündigte der mutmaßliche Dieb des Bahlsen-Wahrzeichens am Montag an, dem Unternehmen den vergoldeten Keks zurückzugeben. "Weil der Werni den Keks so lieb hat wie ich und der jetzt immer weint und den Keks ganz dolle vermisst geb ich den zurück!!!", heißt es in dem Brief, der bei der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" einging.

Mit "Werni" ist Firmenchef Werner M. Bahlsen gemeint. Er hatte nach dem Auftauchen eines ersten Krümelmonster-Briefs eine Spende von 52.000 Kekspackungen in Aussicht gestellt, sollte das 100 Jahre alte Kunstwerk wieder auftauchen.

Die Polizei ermittelt

Der vergoldete Keks war von der Fassade des Bahlsen-Stammhauses entwendet worden. In einem ersten Schreiben hatte der angebliche Entführer des 20 Kilo schweren Wahrzeichens von dem Konzern kostenlose Schokoladenkekse für alle Kinder eines hannoverschen Krankenhauses gefordert. Andernfalls werde der goldene Keks in der Mülltonne landen, lautete die Drohung.

Außerdem sollte Bahlsen 1000 Euro an ein Tierheim zahlen. Wie schon beim ersten Brief lag auch dem zweiten Erpresserschreiben ein Foto des als Krümelmonster verkleideten vermeintlichen Erpressers bei, berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" weiter.

Ob der Verfasser des Krümelmonster-Erpresserbriefes tatsächlich der Dieb ist, sei Bestandteil der Untersuchungen, hatte die Polizei nach dem Eingang des ersten Briefs mitgeteilt. In jedem Falle ermittle die Polizei wegen versuchter Erpressung, hieß es.

Von Bahlsen gab es zu den neuesten Entwicklungen zunächst keine Stellungnahme. "Wir haben den Brief noch nicht bekommen", sagte eine Unternehmenssprecherin. Bahlsen warte die Ermittlungen der Polizei ab. Bahlsen hatte Spekulationen zurückgewiesen, dass der Keks-Klau vom Unternehmen als Marketing-Aktion eingefädelt worden sein könnte.

Der 20 Kilogramm schwere verschwundene Leibniz Keks ist Teil der Fassadenverzierung von Jugendstil-Bildhauer Georg Herting. Die Butterkekse aus dem Hause Bahlsen haben 52 Zacken oder Zähne. Aus diesem Grund plant der Gebäckhersteller, 52 000 Packungen Kekse zu spenden, sollte das Wahrzeichen heimkehren.

brk/DPA DPA

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