Kriminalität "Deutschland ist sicherer geworden"


Auch wenn viele Bürger einen anderen Eindruck haben mögen: Die Kriminalität in Deutschland ist rückäufig. Laut Statistik ist die Zahl der Straftaten ist 2009 leicht gesunken. Sorgen bereiten Innenminister Thomas de Maizière allerdings die politisch motivierten Gewalttaten.

Die Jugendkriminalität nimmt weiter ab, politisch motivierte Gewalt und Betrug im Internet werden dagegen zu immer größeren Problemen. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Dienstag in Berlin vorgestellt hat. Insgesamt ist die Zahl der in Deutschland registrierten Straftaten demnach im vergangenen Jahr um ein Prozent auf 6,05 Millionen gesunken.

Die Kinder- und Jugendkriminalität war bereits 2009 zurückgegangen, in diesem Jahr setzte sich der Trend fort. 39.700 Gewalttaten wurden Tatverdächtigen zwischen 14 und 18 Jahren zugeschrieben und damit rund neun Prozent weniger als im Vorjahr. Bei Körperverletzungen betrug der Rückgang sieben Prozent und bei Sachbeschädigungen fast zehn Prozent.

"Deutschland ist sicherer geworden. Deutschland gehört zu den sichersten Ländern der Welt", sagte de Maizière. Die Aufklärungsquote habe mit 55,6 Prozent den höchsten Stand seit der Einführung der gesamtdeutschen Statistik 1993 erreicht.

Wachsende Gewaltbereitschaft im linken Spektrum

Einen negativen Trend verzeichnete die Polizei allerdings bei den politisch motivierten Gewalttaten. "Das ist eine besorgniserregende Entwicklung", sagte de Maizière. Vor allem im linken Spektrum stieg die Gewaltbereitschaft. Insgesamt wurde jede dritte Gewalttat unter Alkoholeinfluss verübt. Bei den schweren und gefährlichen Körperverletzungen war sogar noch etwas häufiger Alkohol im Spiel. Auch das "Tatmittel Internet" wird für Betrüger immer attraktiver. Die Zahl der Straftaten im Netz stieg um 23,6 Prozent auf 167.451 Fälle.

Diebstahlsdelikte machen mit einem Anteil von fast 39 Prozent nach wie vor den Großteil der Straftaten aus: Ihre Zahl sank jedoch um vier Prozent auf rund 2,3 Millionen Fälle. Allerdings gibt es einen deutlichen Anstieg der Autodiebstähle um fast neun Prozent auf rund 40.400. Nach Angaben der Ermittler gelingt es den Tätern mittlerweile, auch die neuen elektronischen Wegfahrsperren zu knacken. Viele gestohlene Autos würden nach Osteuropa verschoben. Insgesamt sei die Zahl der gestohlenen Wagen aber seit 1993 auf ein Fünftel zurückgegangen.

Bei der Rauschgiftkriminalität setzt sich der rückläufige Trend der vergangenen fünf Jahre fort. Die Zahl der erfassten Delikte sank hier um fast zwei Prozent auf rund 235.900.

Überproportioneller Anteil ausländischer Verdächtiger

De Maizière hob hervor, dass Senioren verhältnismäßig selten Opfer von Straftaten werden. "Die Hauptopfer sind Erwachsene im Alter zwischen 21 und 60 Jahren." Es gebe zwar Raub an Älteren, aber insgesamt seien diese Opfer - anders als in ihrer subjektiven Wahrnehmung - deutlich unterrepräsentiert.

Dem Innenminister zufolge ist der Anteil von Ausländern an den Strafverdächtigen proportional höher als ihr Anteil an der Bevölkerung insgesamt. Das gilt auch bei der Organisierten Kriminalität. Hier handele es sich aber häufig um gemischt-nationale Gruppen, zum Beispiel um "Italiener und Deutsche", sagte de Maizière.

DPA/AFP DPA

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