Kriminalität Die Tricks der Taschendiebe


Klauen hat Konjunktur in Deutschland: Alle 50 Sekunden wird jemand bestohlen. Und die Taschendiebe gehen äußerst kreativ vor. stern TV verrät die beliebtesten Tricks - und wie Sie sich am besten schützen.

Im Kaufhaus, im Café, in der Bahn oder an der Haltestelle: Überall gehen die Langfinger auf Beutesuche. Vor knapp zwanzig Jahren gab es rund 25.000 Taschendiebstahlsanzeigen, im Jahr 2005 waren es über 100.000. Dabei liegt die Dunkelziffer ungefähr dreimal so hoch, schätzen Experten. Und auch in den Geschäften zeigt sich, dass Klauen weiterhin Konjunktur hat. Das Bundeskriminalamt registrierte im Jahr 2005 fast eine halbe Million Ladendelikte und mehr als 100.000 Taschendiebstähle.

Die besten Schutzmaßnahmen

Die Aufklärungsquote von Taschendiebstählen ist mickrig: 2005 lag sie bei 5,4 Prozent. Auch deswegen sind eigene Schutzmaßnahmen so wichtig.

- Geld, Schecks, Kreditkarten und Papiere immer in verschlossenen Innentaschen der Kleidung tragen, möglichst dicht am Körper und am besten an verschiedenen Stellen. Denn Diebe greifen pro Opfer meist nur einmal zu.

- Hand- und Umhängetasche verschlossen auf der Körpervorderseite tragen oder unter den Arm klemmen. Handtaschen sollten auch im Innern eine Reißverschlusstasche haben.

- Geld wird am besten im Brustbeutel, in einer Gürtelinnentasche, in einem Geldgürtel oder in einer am Gürtel angeketteten Geldbörse aufbewahrt. Die - vor allem bei Urlaubern beliebte - Bauchtasche ist nicht sicher!

- Geldbörsen niemals oben in eine Einkaufstasche, im Einkaufskorb oder Einkaufswagen legen, sondern immer nah am Körper tragen. Handtaschen auch nicht im Restaurant oder Kaufhaus nicht über eine Stuhllehne hängen oder unbeaufsichtigt abstellen - auch nicht in der Umkleidekabine.

- "Sechsten Sinn" entwickeln: Taschendiebe lassen sich mitunter am typischen suchenden Blick erkennen. Sie meiden den direkten Blickkontakt zum Opfer und spähen nach Beute.

- Im Einkaufsgewimmel und bei Menschenansammlungen besonders aufpassen, hier am besten ganz auf Taschen verzichten.

- Seien Sie besonders wachsam und vorsichtig, wenn Sie bedrängt, beschmutzt oder abgelenkt werden.

- Lassen Sie Fremden niemals hohe Bargeldsummen sehen. Seien Sie bei Bargeldabhebungen wachsam.

Informationen der Polizei

Hier finden Sie weitere Informationen über Tricks, Betrügermaschen und Schutzmaßnahmen: www.polizei-beratung.de

Der Bettel-Trick

Diesen Trick wenden häufig Kinder an: Sie tollen um Sie herum, halten Ihnen Zettel unter die Nase, verwickeln Sie in Gespräche. Eines der Kinder nutzt Ihre Ablenkung, um Sie von Ihren Wertsachen zu erleichtern.

Der Gewichtstrick und der Blumen-Trick

In einer Gaststätte behauptet jemand, dass er Ihr Gewicht richtig schätzen kann, umklammert Sie und hebt Sie hoch. Ein Komplize entwendet dabei Ihre Geldbörse.

Beim Blumen-Trick begrüßt Sie ein Fremder, umarmt Sie und steckt Ihnen eine Blume an - die Wertsachen sind danach weg.

Der Münzen-Trick

Ein Fremder bittet Sie, eine Münze zu wechseln und entwendet dabei Banknoten aus Ihrem Portemonnaie.

Der Schmutz-Trick

Aus Versehen wird Ihre Kleidung verschmutzt. Beim Säubern werden Ihre Wertsachen entwendet.

Der Stadtplan-Trick und der Supermarkt-Trick

Ein Fremder fragt Sie nach dem Weg, hält Ihnen umständlich einen Stadtplan vor - und beklaut Sie derweil.

Ähnlich der Supermarkt-Trick: Sie werden abgelenkt, indem man Sie nach einem Artikel fragt, und dabei räumt man Ihre Taschen leer.

Der Drängel- und Rempel-Trick

Im Einkaufsgewimmel, in S-Bahnen, auf Rolltreppen rempeln die Täter Sie an oder bedrängen Sie, damit die unbemerkt Ihre Taschen ausräubern können.


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