Kriminalität Entführte Frau gefesselt gefunden


Als seine Frau nicht von der Arbeit kam, alarmierte der Ehemann die Polizei in Lörrach. Doch die Suche in dem Städtchen an der Schweizer Grenze blieb ohne Erfolg. Auch das Motiv für das Verschwinden blieb bisher ein Rätsel. Dann wurde die Vermisste entdeckt - im mehr als 500 Kilometer entfernten Dortmund.

Sie wurde entführt, gefesselt und geknebelt - die mehrstündige Entführung einer Geschäftsfrau gibt der Polizei Rätsel auf. Die 46-Jährige, die im südbadischen Lörrach ihr Geschäft hat, war am frühen Donnerstagmorgen in Dortmund - rund 540 Kilometer von ihrer Heimat entfernt - unter einem Baum gefesselt entdeckt worden.

Nach Angaben der Lörracher Polizei war die in Basel lebende Deutsche am Mittwochabend nach der Arbeit nicht nach Hause gekommen; sie sei "spurlos verschwunden", hieß es. Ihr Ehemann habe die Polizei alarmiert. Die Hintergründe der Tat sind bisher vollkommen unklar. "Über das Motiv wissen wir im Moment noch überhaupt nichts", sagte ein Polizeisprecher in Lörrach.

Die Frau, die keine schweren Verletzungen erlitt, hat in ersten Befragungen angegeben, Opfer einer gewaltsamen Entführung zu sein. "Wir haben keinen Anlass, an dieser Aussage zu zweifeln", sagte der Polizeisprecher.

Opfer lag nur kurz am Fundort

Bisher scheint festzustehen, dass die Frau bei oder nach ihrer Arbeit - irgendwann zwischen 19 und 22 Uhr - von Unbekannten überwältigt wurde. Nach Angaben der Polizei hatte sie auf dem Gelände einer Textilfirma ein Büro angemietet. Die Frau soll in der Weiterbildung arbeiten.

Als sie nicht wie gewohnt nach Hause kam, erstattete ihr Ehemann am Mittwochabend gegen 22 Uhr Vermisstenanzeige. Die Polizei leitete daraufhin eine Suche ein.

Am Donnerstagmorgen gegen 6.30 Uhr entdeckte schließlich ein Passant die 46-Jährige an einer Straße im Dortmunder Stadtteil Marten - nur wenige hundert Meter entfernt von einer Autobahnabfahrt der A45, der sogenannten "Sauerlandlinie". Die Frau stand unter Schock und musste ambulant behandelt werden. Die Polizei geht davon aus, dass sie sich nicht länger als fünf Minuten an der Stelle gelegen hat.

Großfahndung nach Transporter erfolglos

In ersten Vernehmungen gab die Frau an, in einem schwarzen Kleintransporter quer durch Deutschland transportiert und in Dortmund ausgesetzt worden zu sein. "Die Hintergründe sind diffus. Wir ermitteln auf Hochtouren", sagte ein Polizeisprecher in Dortmund. Unmittelbar nach ihrer Befreiung leitete die Polizei eine Großfahndung nach dem Transporter und den unbekannten Entführern ein, die jedoch zunächst erfolglos blieb. Die Frau wurde noch am Donnerstag zurück nach Lörrach gebracht.

Die Kriminalpolizei in Lörrach richtete eine achtköpfige Ermittlungsgruppe ein. "Wir stehen noch ganz am Anfang", sagte ein Sprecher.

DPA/AP AP DPA

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