Kriminalität Rentner-Duo soll Greisin ermordet haben


Die Beute der Diebe waren Taschenuhren, Schmuck und Bargeld. Eine 93-Jährige Schmuckhändlerin bezahlte den Raubüberfall mit ihrem Leben. Zwei Rentner müssen sich nun für die Tat vor Gericht verantworten.

Eineinhalb Jahre nach dem Raubmord an einer 93 Jahre alten Amberger Schmuckhändlerin müssen sich zwei Rentner vor Gericht verantworten. Zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Amberg verweigerten die 69 und 70 Jahre alten Männer jegliche Angaben zu den Vorwürfen. Die etliche Male vorbestraften Männer hatten bei den Polizeivernehmungen die Bluttat an der greisen Geschäftsfrau bestritten. Sie sind wegen gemeinschaftlichen Mordes, Raubes mit Todesfolge und Waffendelikten angeklagt.

Nach Ansicht des Staatsanwalts haben die beiden Beschuldigten die 93-Jährige mit einer Pistole erschlagen, um aus dem Laden der Frau eine antike Taschenuhrsammlung, Schmuck im Wert von fast 40.000 Euro sowie Bargeld zu stehlen. Trotz ihres hohen Alters hatte die Frau ihr Schmuckgeschäft in der Amberger Altstadt noch regelmäßig geöffnet. Dort war sie am 22. Juli 2006 umgebracht worden, die Leiche wurde erst einen Tag später entdeckt.

Zwei Straftäter schon mehrfach verurteilt

Bei den Angeklagten handelt es sich um zwei Serienstraftäter, die schon häufig wegen schwerer Straftaten im Gefängnis saßen und nach ihrer Freilassung immer wieder rückfällig wurden. Die Männer, die sich aus dem Straubinger Hochsicherheitsgefängnis kennen, saßen seit den 70er Jahren auch mehrfach in Sicherungsverwahrung. Daraus war der 70-Jährige zuletzt drei Monate vor dem Gewaltverbrechen an der alten Frau auf Bewährung entlassen worden. Die Richter gingen auf Grund des Gutachtens eines Psychiaters davon aus, dass der Mann wegen einer Krebserkrankung und eines Herzinfarkts keine schweren Straftaten mehr begehen werde.

Der 69 Jahre alte gebürtige Berliner, der zuletzt im oberbayerischen Vaterstetten im Landkreis Ebersberg lebte, war Ende 2005 aus der Sicherungsverwahrung gekommen. Auch in seinem Fall glaubte das Gericht, dass der Mann keine Gefahr für die Allgemeinheit mehr darstelle. Der 69-Jährige war nach der Amberger Bluttat von einem Sondereinsatzkommando in Berlin in einer Wohnung überwältigt worden.

Angeklagte bestreiten die Tat

Die 50-köpfige Sonderkommission der Kriminalpolizei hatte nach dem Verbrechen schnell den 70 Jahre alten Amberger in Verdacht, der in einem nahen Heim für entlassene Straftäter lebte. Der 70-Jährige bestritt jede Beteiligung an dem Raubmord. Bei den Vernehmungen sagte er aus, dass er am Tag der Tat Besuch von dem 69-Jährigen gehabt habe. Auf Anraten ihrer Anwälte verweigerten die beiden Angeklagten alle Angaben zu den Anschuldigungen. Der 69-Jährige erzählte der Strafkammer lediglich seinen Lebenslauf. Demnach hatte der Mann als Kind in einem Waisenhaus gelebt und später als technischer Zeichner und Kunstmaler gearbeitet. Für den Prozess sind noch weitere Verhandlungstage eingeplant. Ein Termin für das Urteil steht noch nicht fest.

DPA DPA

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