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Kronshagen bei Kiel: Frau auf Straße angezündet - Täter war in psychiatrischer Behandlung

Die grausame Tat erschüttert Deutschland: Bei Kiel übergießt ein Mann seine Frau mit einer brennbaren Flüssigkeit und zündet sie auf der Straße an. Jetzt stellt sich heraus. Der mutmaßliche Täter hatte psychische Probleme.

Kiel

Eine Kriminalbeamtin untersucht den Tatort in Kronshagen bei Kiel: Auf der Straße liegen verbrannte Kleidungsstücke.

Eine grausige Szenen ereignet sich am Mittwochmorgen vor einem Krankenhaus in Kronshagen bei Kiel: Ein Mann übergießt eine Frau mit einer brennbaren Flüssigkeit und zündet sie an. Mehrere Passanten und Mitarbeiter der Klinik werden Zeugen. Sie sehen, wie die Frau über die Straße rennt. Brennende Kleidungstücke fallen herab. Sie versuchen noch, die Flammen mit Decken zu ersticken. Mit schwersten Brandverletzungen wird die Frau in ein Kieler Krankenhaus gebracht. Doch alle Bemühungen, das Leben der Frau zu retten, bleiben vergebens. Um 17.30 Uhr erliegt sie ihren Verletzungen. Die Frau hinterlässt zwei Kinder, drei und sieben Jahre alt.

Der Tatverdächtige läuft zunächst weg, wird von Einsatzkräften aber schnell in der Nähe des Tatortes festgenommen. Es ist laut Polizei der 41 Jahre alte von dem Opfer getrennt lebende Ehemann. Die beiden wohnten demnach seit vielen Jahren in Kiel.

Streit eskalierte im PKW

Der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler sagte dem stern, dass man zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehe, dass Täter und Opfer vor der Tat ihre gemeinsamen Kinder zum Kindergarten, beziehungsweise zur Schule gebracht haben. Auf der Rückfahrt soll es dann im PKW zu einem Streit zwischen den Ehepartnern gekommen sein. Noch im Wagen soll der Beschuldigte die Frau mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen haben. Die Frau soll daraufhin aus dem PKW ausgestiegen sein, um zu flüchten. Auf der Flucht soll es dem Beschuldigten gelungen sein, die Frau anzuzünden.

Aufgrund der Erkenntnisse habe man beim zuständigen Amtsgericht Haftbefehl wegen Mordes beantragt, so Bieler gegenüber dem stern. Man gehe davon aus, dass die Tat heimtückisch begangen worden sei, da die Frau nicht mit einem solchen Angriff rechnen und sich dessen somit nicht erwehren konnte. Zeugenaussagen legten zudem nahe, dass die Tötung grausam erfolgt ist - weiteres Merkmal für den Mordvorwurf.

Staatsanwaltschaft geht von Schuldfähigkeit aus

Der Staatsanwaltschaft Kiel war bekannt, dass der verdächtige sich in psychiatrischer Behandlung befunden hatte. Gleichwohl gehe man derzeit von einer Steuerungsfähigkeit des Angeklagten aus, weshalb Haftbefehl beantragt wurde und nicht die Einweisung in die Psychiatrie.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ist der mutmaßliche Täter für seine Tat verantwortlich und damit schuldfähig. Zum jetzigen Zeitpunkt wolle man keine weiteren Angaben über die Gründe machen, die zu dem Streit des Paares führten. Der 41 Jahre alte Mann soll um 13.00 Uhr dem Haftrichter vorgeführt werden.

amt mit Agenturen