Ku-Klux-Klan "Ihr müsst es mir nachweisen"


Über 40 Jahre nach der Hochzeit des Ku-Klux-Klan landen noch immer Mitglieder der Sekte vor Gericht - Justizbehörden haben ihre rassistischen Taten über Jahrzehnte hinweg vertuscht. Der 71-jährige James Seale soll zwei Anhalter ertränkt haben.

Mehr als 40 Jahre nach dem Mord an zwei Schwarzen hat die US-Justiz ein ehemaliges Mitglied der rassistischen Organisation Ku-Klux-Klan angeklagt. Dem 71-jährigen James Seale werde Entführung und Verschwörung zu einer Straftat vorgeworfen, teilte das Justizministerium mit.

Entführung von zwei Anhaltern

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, an der Ermordung der beiden 19-jährigen Henry Hezekiah Dee und Charles Eddie Moore im Bundesstaat Mississippi beteiligt gewesen zu sein. Die beiden waren 1964 als Anhalter unterwegs, als sie von Mitgliedern des Ku-Klux-Klans entführt wurden.

"Ungefähr am 2. Mai 1964 zielte der Angeklagte Seale mit einer abgesägten Schrotflinte auf Dee und Moore", heißt es in der Anklageschrift. Andere KKK-Mitglieder hätten sie mit Gegenständen geschlagen. Schließlich hätten Seale und die anderen Verdächtigen Dee an einen Motorblock befestigt und in den Mississippi geworfen. Das Opfer sei ertrunken. Auch Moore hätten sie ertränkt.

Bereits 1964 hatte das FBI Anhaltspunkte für eine Verwicklung Seales in den Mordfall, berichtete die Lokalzeitung "Clarion Ledger". Bei einer Vernehmung soll er auf die Anschuldigungen erwidert haben: "Ja, aber ich werde es nicht zugeben. Ihr müsst es mir nachweisen." In dem Zeitungsbericht heißt es weiter, Seale habe zwischenzeitlich als tot gegolten, sei später aber wieder aufgespürt worden. In einem Interview hatte Seale im Jahr 2000 die Mordvorwürfe bestritten.

Täter genossen Schutz von Justizbehörden

Die Fälle gehören zu einer Reihe von Verbrechen, die während der Rassenunruhen und Bürgerrechtskämpfe in den 50er und 60er Jahren in den USA begangen wurden. Viele Morde blieben jahrelang ungeklärt. Die Täter genossen früher den Schutz von Beamten in lokalen und bundesstaatlichen Justizbehörden. Knapp 30 Fälle sind erst in den vergangenen beiden Jahrzehnten aufgeklärt worden. Zumeist hatten engagierte Bürgerrechtler die Ermittlungen der Behörden auf die richtige Spur gebracht.

Reuters Reuters

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