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KZ Sachsenhausen 100-Jähriger SS-Wachmann vor Gericht – Nebenkläger: "80 Jahre auf diesen Moment gewartet"

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Prozessauftakt in Brandenburg an der Havel am Donnerstag. Angeklagt ist ein ehemaliger Wachmann der SS. Dem 100-jährigen Mann wird vorgeworfen, wissentlich und willentlich Beihilfe zum Mord an Tausenden Lagerinsassen im Konzentrationslager Sachsenhausen geleistet haben, zwischen 1942 und 1945. Dabei geht es laut Gericht um die Erschießung sowjetischer Kriegsgefangener und die Ermordung von Häftlingen mit Giftgas sowie um die Schaffung und Aufrechterhaltung lebensfeindlicher Bedingungen. Einer der Nebenkläger ist 79-jährige Franzose Antoine Grumbach. Sein Vater, ein französischer Widerstandskämpfer, wurde in Sachsenhausen ermordet. "Da sind so viele Emotionen, es ist schwierig für mich, überhaupt zu sprechen. Ich bin sehr berührt. Ich kann Ihnen nichts sagen gerade." 80 Jahre habe er auf diesen Moment gewartet. Konkret zur Anklage kommen vorm Landgericht Neuruppin 3518 Fälle. Die Zahl ist eine Mindestangabe der ermittelten Opfer. Prozessbeobachter Leon Schwarzbaum zeigt ein Foto seiner Eltern und seines Onkels, sie wurden in Auschwitz ermorde, so erzählt er. Aus organisatorischen Gründen findet der Prozess in Brandenburg statt, in einer Sporthalle der örtlichen Justizvollzugsanstalt. Angesetzt waren zunächst 22 Verhandlungstage bis in den Januar kommenden Jahres. Einem medizinischen Gutachten zufolge ist der hochbetagte Angeklagte bis zu zweieinhalb Stunden am Tag verhandlungsfähig.
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Einem 100-jährigen Mann wird vorgeworfen, zwischen 1942 und 1945 am Mord an Tausenden Lagerinsassen im Konzentrationslager Sachsenhausen beteiligt gewesen zu sein. Der Prozess findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

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