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Langwieriger Prozess Demjanjuk schweigt vor dem Urteilsspruch


Mit Spannung wird das Urteil des Münchner Landgericht im Prozess gegen den mutmaßlichen KZ-Wachmann John Demjanjuk erwartet. Auf ein Schlusswort verzichtete der 91-Jährige.

Im Prozess gegen den mutmaßlichen KZ-Wachmann John Demjanjuk will das Münchner Landgericht heute das Urteil sprechen. Auf das letzte Wort verzichtete der Angeklagte. "Nein", sagte er nur auf die Frage des Vorsitzenden Richters, ob er ein Schlusswort sprechen wolle. Das Gericht will gegen 12.30 Uhr sein Urteil sprechen.

Der 91-jährige Demjanjuk soll 1943 als Wachmann den Nazis bei der Ermordung von mindestens 27 900 Juden im Vernichtungslager Sobibor geholfen haben. Die Staatsanwaltschaft sieht nach fast eineinhalb Jahren Verfahrensdauer ihre Anklage gegen dem gebürtigen Ukrainer bestätigt und hat sechs Jahre Haft verlangt. Für die Verteidigung ist dagegen nicht geklärt, ob Demjanjuk überhaupt als Wachmann in Sobibor war - und falls ja, was genau er dort getan hat.

Vor einem Urteil musste das Gericht aber noch über 32 Anträge entscheiden, die Demjanjuks Anwalt nach seinem Plädoyer übergeben hat. Danach muss allen Beteiligten nochmals ein Schlusswort erteilt werden. Ein Dutzend von mehr als 30 Nebenklägern sind für das erwartete Urteil aus den Niederlanden angereist. Einige haben in Sobibor ihre gesamte Familie verloren.

cjf/DPA DPA

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