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USA: Sheriff: Massenmörder von Las Vegas hinterließ eine Notiz im Hotelzimmer

Stephen Paddock erschoss in Las Vegas 58 Menschen - und aktuell weiß niemand, warum. Die Polizei sucht weiter nach dem Motiv des Massenmörders und findet dabei einen Zettel mit einer Notiz in seinem Hotelzimmer. Zudem wird bekannt: Er hatte mehrere Zimmer mit Blick auf Festivals gebucht.

Handelte Massenmörder Stephen Paddock wirklich allein? Sheriff Joseph Lombardo hat daran seine Zweifel.

Handelte Massenmörder Stephen Paddock wirklich allein? Sheriff Joseph Lombardo (im Bild) hat daran seine Zweifel. Er sagt: "Man muss annehmen, dass er irgendwann Hilfe hatte."

Polizisten haben bei der Durchsuchung des Hotelzimmers, von dessen Fenster aus Stephen Paddock 58 Menschen tötete, einen Zettel mit einer Notiz gefunden. Das berichteten US-Medien unter Berufung auf die Ermittler. Dabei habe es sich nicht um einen Abschiedsbrief gehandelt, sagte der Polizeichef von Las Vegas, Joseph Lombardo, am Mittwoch (Ortszeit). Weitere Details zu dem Schriftstück nannte er nicht.

Die Ermittler sind sich Lombardo zufolge zudem sicher, dass Paddock geplant habe, nach seinen tödlichen Schüssen noch zu fliehen. Als Einsatzkräfte das Zimmer im 32. Stock des Mandalay-Bay-Hotels umstellten, fanden sie zwei Kameras, die Paddock auf einem Servierwagen im Flur vor seinem Zimmer installiert hatte, wie der Sender CNN berichtete. Eine weitere habe im Guckloch der Zimmertür gehangen. "Er tat zu diesem Zeitpunkt alles ihm Mögliche, um zu sehen, wie er noch fliehen könnte", sagte Lombardo. Als ihm das nicht mehr möglich schien, habe er sich selbst erschossen. 

Paddock soll bereits mehrere Zimmer in der Nähe von Festivals gebucht haben

In Paddocks Auto im Parkhaus des Hotels hätten Ermittler knapp 23 Kilo Sprengstoff und weitere 1600 Schuss Munition gefunden.

Außerdem hatte er neben dem Hotel ein weiteres Zimmer in einem Komplex gemietet, von dem aus er einen Blick auf das "Life is Beautiful"-Musikfestival gehabt habe, das vom 22. bis 25. September in Las Vegas stattfand, so Lombardo. "USA Today" berichtet zudem, Paddock habe Anfang August zwei Hotelzimmer mit Blick auf das Lollapalooza-Musikfestival in Chicago gebucht. Ob Paddock die Zimmer jemals nutzte, blieb unklar. Die Polizei prüfe die Berichte, schreibt "Chicago Tribune".

Die Zahl der Verletzten von Paddocks Schüssen bezifferte Sheriff Lombardo am Mittwochabend mit 489, nachdem zuvor von mehr als 500 die Rede gewesen war. 317 davon hätten das Krankenhaus inzwischen verlassen können, berichtete die "Washington Post". Ein deutsches Ehepaar, das im Urlaub zufällig im selben Stockwerk des selben Hotels wie der Schütze wohnte, beschrieb die Lage in Las Vegas nach dem Attentat bei stern TV als "wie im Kriegsgebiet".

Polizei ist überzeugt: Stephen Paddock hatte Hilfe

Zudem zeigte sich Lombardo überzeugt, dass der Todesschütze irgendwann Hilfe gehabt haben müsse. Er verwies unter anderem darauf, dass der 64-Jährige im Laufe der vergangenen Jahre ein riesiges Waffenarsenal angelegt und die Tat über längere Zeit akribisch vorbereitet habe. "Man muss annehmen, dass er an irgendeinem Punkt Hilfe gehabt hat", sagte der Bezirks-Sheriff.

Die Freundin des Todesschützen hatte nach eigenen Angaben keine Ahnung von den Massaker-Plänen ihres Freundes. Eine entsprechende Erklärung veröffentlichte die 62-jährige Marilou Danley am Mittwoch über ihren Anwalt Matt Lombard. Kurz zuvor war sie von einem Besuch auf den Philippinen in die USA zurückgekehrt und wurde bei ihrer Ankunft in Los Angeles von Ermittlern der Bundespolizei FBI befragt.
Lombardo wollte sich zunächst nicht zu Danleys Angaben äußern. 

pg / DPA