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Lebendig verbrannt: Tatverdächtige gestehen Mord an Palästinenser

Mohammed Abu Khudair wurde bei lebendigem Leib verbrannt. Dies gestanden laut Medienberichten drei der sechs Verdächtigen. Sie sollen den Teenager aus nationalistischen Motiven ermordet haben.

Nach der brutalen Ermordung eines palästinensischen Teenagers haben drei von sechs festgenommenen Israelis Geständnisse abgelegt. "Drei der sechs Verdächtigen haben die Ermordung und Verbrennung von Mohammed Abu Chder bei lebendigem Leib gestanden und die Tat vor Polizisten nachgestellt", verlautete am Montag aus Ermittlerkreisen.

Abu Chder war am vergangenen Mittwoch in Ostjerusalem verschleppt worden. Wenig später wurde die verbrannte Leiche des Jugendlichen in einem Wald im Westteil der Stadt entdeckt. Am Sonntagmorgen hatte die Polizei sechs junge jüdische Extremisten als Tatverdächtige festgenommen. Am Abend war der Polizeigewahrsam für sie auf fünf bis acht Tage verlängert worden, wie ihre Anwälte angaben.

Nach einem Bericht des Onlineportals Ynet stehen die sechs Männer im Verdacht, einer "Terrororganisation" anzugehören. Ihnen wird demnach unter anderem die Ermordung eines Minderjährigen aus nationalistischen Motiven vorgeworfen.

Die Ermordung des Palästinensers kurz nach der Beisetzung von drei entführten und getöteten jungen Israelis hatte die Spannungen im Nahostkonflikt weiter erhöht. Am Wochenende war es in mehreren israelischen Städten zu Ausschreitungen zwischen Sicherheitskräften und arabischen Israelis gekommen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rief Abu Chders Vater am Montag an, um ihm zu kondolieren und seine Erschütterung über den "abscheulichen Mord" auszudrücken, wie Netanjahus Büro mitteilte.

ivi/AFP / AFP
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