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Lebensmittel vergiftet: Polizei nimmt 48-Jährigen fest: Wollte er aus Rache eine ganze Familie ermorden?

Ein rätselhafter Mordversuch beschäftigt die Justiz in Wiesbaden. Ein 48-Jähriger steht im Verdacht, die Lebensmittel einer Familie vergiftet zu haben. Auch die Haustiere zeigten Symptome. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft, schweigt aber zu den Vorwürfen.

Ein Mann in Handschellen

Der Mann wurde in seiner Wohnung im hessischen Rüdesheim verhaftet (Symbolfoto)

DPA

Die Polizei hat einen Mann im hessischen Rüdesheim festgenommen, der im Verdacht steht, Lebensmittel einer Familie vergiftet zu haben. Schon seit Monaten soll er die Familie im Visier gehabt haben, Autos beschädigt und sogar versucht haben, die Haustiere zu töten. Das Motiv ist noch unklar. Fest steht: Der Mann ist der Polizei kein Unbekannter und wurde schon einmal zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Wie die Staatsanwaltschaft Wiesbaden und die Wiesbadener Kriminalpolizei am Mittwoch mitteilten, war der 48-Jährige bereits im Jahr 2001 vom Landgericht Memmingen wegen versuchten Mordes zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 13 Jahren verurteilt worden.

Wie der Radiosender FFH berichtet, soll es sich bei dem Mann um einen Ex-Justizangestellten aus der ehemaligen DDR handeln, der damals mit der Tochter einer Familie engeren Kontakt aufgenommen hatte. Weil die Eltern jedoch dagegen waren, vergiftete er ihr Weihnachtsessen mit Arsen. Die Eltern wurden damals gesundheitlich schwer geschädigt, heißt es in dem Bericht. 

Mann soll auch Haustiere vergiftet haben

Im jetzigen Fall soll er der hessischen Familie, die laut FFH in einem kleinen Rüdesheimer Stadtteil am Waldrand lebt, immer wieder giftige Substanzen ins Essen gemischt haben, wenn diese nicht zu Hause war. Da die Tür häufig offengestanden haben soll, hatte Mann offenbar freien Zutritt.

Seit November 2018 hat es laut Staatsanwaltschaft immer wieder Vorfälle gegeben. So wurden Autos und sogar das Haus der Familie beschädigt. Auch die Hunde der Familie mussten wegen Vergiftungsanzeichen von einem Tierarzt behandelt werden. Ermittlungen führten die Polizei schließlich auf die Spur des 48-Jährigen, welcher den Geschädigten bekannt ist.

Nachdem sich der Verdacht erhärtete, dass die Giftattacke nicht nur den Haustieren, sondern auch der Familie galt, konnte am Dienstag ein Untersuchungshaftbefehl wegen des Verdachtes des versuchten Mordes gegen den Mann erwirkt und vollstreckt werden. Bei einer Wohnungsdurchsuchung stellten die Beamten giftige Substanzen sicher.

Zum Motiv konnte Oberstaatsanwalt Andreas Winckelmann keine Angaben machen. Der 48-Jährige habe sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert, heißt es. Ebenso blieb unklar, in welcher Beziehung die Familie und der mutmaßliche Täter stehen. 

Quellen: Presseportal Polizei/FFH

jek