Leichenfund Kleine Nadine wurde schwer misshandelt


Die kleine Nadine ist vor ihrem Tod wahrscheinlich schwer misshandelt worden. Bei der Untersuchung ihrer Leiche wurden Knochenbrüche festgestellt. Mit dem spektakulären Ausgraben der Überreste hat ihr Großvater seinem verurteilten Sohn wohl geschadet.

Die kleine Nadine aus Gifhorn ist vor ihrem Tod misshandelt worden. Bei der Obduktion der sterblichen Überreste des Kleinkindes haben man einen Schädelbruch und Rippenbrüche entdeckt, die unbehandelt verheilt seien, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Hildesheim, Bernd Seemann. "Das lässt keinen anderen Schluss zu, als dass das Mädchen zu Lebzeiten misshandelt wurde", erklärte der Oberstaatsanwalt.

Das Landgericht Hildesheim hatte Anfang Mai den Vater wegen Misshandlung und Tötung Nadines zu acht Jahren Haft verurteilt. Das Skelett des vor drei oder vier Jahren zunächst spurlos verschwundenen Kleinkindes war von dem Großvater des Mädchens an Pfingsten entdeckt und ausgegraben worden.

Leiche ist tatsächlich Nadine

Die Ermittlungsbehörden seien mittlerweile überzeugt, dass die bei Bad Gandersheim aufgefundenen Knochen tatsächlich von Nadine stammen, sagte Seemann weiter. Das Alter der Leiche stimme ungefähr mit dem Nadines überein. Der Fundort habe in der Nähe der von den Eltern bezeichneten Stelle gelegen. Zudem sei das tote Kind, wie von den Eltern angegeben, nackt vergraben worden. Kleiderreste habe man nicht gefunden. Das Ergebnis des DNA-Testes, der allein die Identität mit Gewissheit klären könne, werde aber voraussichtlich erst in fünf Wochen vorliegen.

Die Obduktion der sterblichen Überreste in der Gerichtsmedizin in Hannover sei noch nicht abgeschlossen, sagte Seemann weiter. Anhand des Skeletts könne man die Todesursache aber wahrscheinlich nicht ermitteln. Die verheilten Brüche hätten nicht zum Tod des Kindes geführt. Bereits die ersten Ergebnisse der Obduktion hätten die Feststellungen belegt, die das Landgericht bei der Verurteilung des Vaters getroffen habe, betonte der Oberstaatsanwalt. Mit dem Sturz von Hochbett, den die Eltern vor Gericht als Todesursache angegeben hätten, könne man die Brüche nicht erklären. Die Inszenierung des Großvaters, der noch vor der Polizei Medien über den Leichenfund informiert hatte, "sei augenscheinlich nach hinten losgegangen", meinte Seemann.

Der Verteidiger von Nadines Vater hatte nach dem Leichenfund eine Wiederaufnahme des Verfahrens verlangt. Die Polizei hatte an dem von den Eltern stets angegebenen Ort, an dem der Großvater die sterblichen Überreste ausgrub, vergeblich nach der Leiche gesucht. Nadine war zwar ein eheliches, aber nicht das leibliche Kind ihres Vaters. Sie stammte aus einem Seitensprung ihrer Mutter. Das Landgericht sah darin das Motiv für die Misshandlungen durch den Vater.

AP/DPA AP DPA

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