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Leipzig-Gohlis: Blutige Schweineköpfe auf Moschee-Bauplatz

Schock am Donnerstagabend: Unbekannte haben auf dem Bauplatz einer Moschee in Leipzig blutige Schweineköpfe aufgespießt. Die islamische Gemeinde bleibt gelassen.

Unbekannte haben auf dem Baugelände einer Moschee in Leipzig fünf blutige Schweineköpfe auf Holzpflöcke gespießt. Der Staatsschutz habe Ermittlungen aufgenommen, sagte Polizeisprecherin Birgit Höhn am Freitag. Entdeckt wurde der Anschlag am Donnerstagabend von der Feuerwehr. Die war alarmiert worden, weil auf dem Bauplatz an der Georg-Schumann-Straße zudem eine Mülltonne brannte. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) reagierte entsetzt auf die "feige Tat". Schweine gelten im Islam als unreine Tiere, ihr Fleisch darf nicht verzehrt werden.

Die islamische Glaubensgemeinschaft der Ahmadiyya Muslim Jamaat will im Leipziger Stadtteil Gohlis eine Moschee mit zwei Minaretten errichten. Es wäre der erste Moschee-Bau Ostdeutschlands außerhalb Berlins. Die Stadtverwaltung steht dem Vorhaben positiv gegenüber. Allerdings regt sich seit Wochen Protest, unterstützt auch von der NPD. Anfang November hatten sich einige hundert Demonstranten einem Aufmarsch der rechtsextremen Partei entgegen gestellt.

"Das bringt uns nicht außer Fassung"

OB Jung erklärte: "Die Stadt Leipzig ist geschockt von diesem widerwärtigen Anschlag. Ein solcher Frevel, der jenseits meiner Vorstellung liegt und der die Grundlagen des interreligiösen Zusammenlebens erschüttert, ist nicht hinnehmbar." Er bitte die Ahmadiyya-Gemeinde im Namen der Stadt um Entschuldigung. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman A. Mazyek, sagte "Bild.de", der Vorfall sei ein "feiger Angriff auf die gesamtdeutsche Gesellschaft".

Der Bundesvorsitzende der Glaubensgemeinschaft, Abdullah Uwe Wagishauser, reagierte dagegen einem Online-Bericht der "Leipziger Volkszeitung" zufolge unbeeindruckt. "Das bringt uns nicht außer Fassung", sagte er. Er finde es nur sehr traurig, dass sich Menschen auf eine solche Ebene begäben. Provokationen kenne er aber schon von anderen Bauprojekten.

Die ursprünglich in Indien entstandene Ahmadiyya-Gemeinschaft versteht sich als friedliche islamische Erneuerungsbewegung. Sie hat in Deutschland nach eigenen Angaben rund 30.000 Mitglieder und mehr als 30 Moscheen.

jwi/DPA/AFP / DPA