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Verunglückter Lkw: Gaffer ließen Unfallopfer sterben - und filmten es mit dem Handy

Ein Mann liegt im Sterben, mehrere Menschen sind nach seinem Unfall zur Stelle. Doch statt zu helfen, filmen zwei von ihnen das hilflose Opfer mit dem Handy. Das soll nun juristische Konsequenzen haben.

Rettungskräfte stehen auf der Autobahn 60 bei Ginsheim-Gustavsburg (Hessen) neben einem völlig ausgebrannten Lastwagen

Der Fahrer dieses ausgebrannten Lastwagens starb noch in seinem Führerhaus

Drei Wochen ist es her, dass ein Mann auf der Autobahn 60 starb. Mit dem Lastwagen, den er steuerte, prallte er auf ein Stauende, der Lkw ging in Flammen auf. Fliehen konnte der Mann nicht mehr: Er war im Führerhaus seines Lasters eingeklemmt. Zwei Menschen eilten herbei, um dem Opfer zu helfen - und schafften es nicht allein. Währenddessen filmten zwei weitere Männer das Geschehen mit dem . Statt dem sterbenden Mann zu helfen, nahmen sie seinen Todeskampf auf.

Der 59-jährige Fahrer des Lkw starb noch am selben Tag.

Gegen die beiden Schaulustigen mit den Mobiltelefonen wird nun ermittelt.

Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Dabei geht es nicht nur unterlassene Hilfeleistung. Ein entsprechender Vorwurf liegt freilich nahe, wenn am Unfallort Anwesende um einen Menschen in Gefahr wissen und sich dennoch entscheiden, nicht zu helfen. Doch noch haben die Ermittler zu klären, ob der Lkw-Fahrer vielleicht hätte gerettet werden können, wären die Gaffer den Ersthelfern zur Hand gegangen statt deren erfolglosen Rettungsversuche des Opfers und den sterbenden Mann zu filmen. Doch das ist nicht der einzige Straftatbestand.

Hilflose Menschen filmen steht unter Strafe

Nach dem deutschen Gesetz macht sich nämlich auch strafbar, wer den höchstpersönlichen Lebensbereich eines Menschen durch Bildaufnahmen verletzt. Im Paragraphen 201a des deutschen Strafgesetzbuches heißt es wörtlich:

"Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, unbefugt herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt."

Den beiden Schaulustigen drohen nun also saftige Strafen. Noch kann die Staatsanwaltschaft allerdings keine Angaben dazu machen, wann die endgültigen Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen werden.

jen
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