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Londoner Soldatenmord: Drei weitere Festnahmen nach Attentat

Nach dem brutalen Machetenmord an einem Soldaten in London wurden weitere mutmaßliche Mittäter festgenommen. Insgesamt stehen nun acht Personen unter Verdacht, in das Mordkomplott verwickelt zu sein.

Die Polizei in London hat nach dem Mord an einem britischen Soldaten drei weitere Verdächtige festgenommen. Den Männern werde die Beteiligung an einem Mordkomplott zur Last gelegt, teilten die Behörden am Samstag mit. Der gewaltsame Tod des 25-jährigen Soldaten am Mittwoch löste Proteste aus. In Newcastle im Nordosten Englands nahmen nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen an einer Kundgebung teil, zu der die rechtsextreme English Defence League aufgerufen hatte. Auch Hunderte Gegendemonstranten zogen durch die Straßen. Nach Angaben der Polizei blieb es aber ruhig.

Im Zusammenhang mit dem Mord an dem britischen Soldaten befinden sich inzwischen acht Verdächtige in Gewahrsam. Zuletzt seien ein 24-jähriger und ein 28-jährige Mann in einem Haus im Süden von London festgenommen worden. Der dritte am Samstag Festgenommene, ein 21-Jähriger, sei im Südosten Londons verhaftet worden.

Bereits am Mittwoch waren die beiden mutmaßlichen Attentäter überwältigt worden. Es handelt sich um einen 22-jährigen und einen 28-jährigen Briten mit nigerianischen Wurzeln. Augenzeugen zufolge hatten sie ihr Opfer mit dem Auto angefahren. Dann hätten sie sich mit einem Fleischerbeil und Messern auf den Soldaten gestürzt. Den entsetzten Passanten hätten sie erklärt, sie wollten Taten britischer Soldaten in muslimischen Ländern sühnen. Der Soldat war in Afghanistan im Einsatz gewesen. Noch am Tatort hatte die Polizei die beiden Männer angeschossen.

Soldat in Paris niedergestochen

In London wurde außerdem ein Freund eines der beiden mutmaßlichen Täter festgenommen. Er hatte in einem Interview über Kontakte der Geheimdienste zu einem der Tatverdächtigen berichtet. Laut Polizei steht er selbst unter dem Verdacht, an der Vorbereitung eines Anschlags beteiligt gewesen zu sein oder dazu angestiftet zu haben. Seine Festnahme habe aber nichts mit dem Soldatenmord zu tun, teilte die Polizei mit. Sie nahm zudem bereits am Donnerstag einen Mann und eine Frau fest, die an dem Mordkomplott beteiligt gewesen seien.

Wenige Tage nach dem Tod des britischen Soldaten wurde in der Nähe von Paris ein französischer Armeeangehöriger mit einem Messer angegriffen. Der Täter habe sein 23-jähriges Opfer von hinten in den Nacken gestochen, teilte die Polizei mit. Der Soldat, der in einem Geschäftsviertel auf Patrouille gewesen sei, habe viel Blut verloren, schwebe aber nicht in Lebensgefahr. Der Täter sei auf der Flucht. Innenminister Manuel Valls verwies auf Parallelen zum Fall in London, warnte aber vor voreiligen Schlüssen. Ein Sprecher der Polizeigewerkschaft sagte, der Angreifer sei von einer Überwachungskamera aufgezeichnet worden. Demnach handle es sich um einen etwa 35-jährigen bärtigen Mann, der offenbar aus Afrika stamme.

mme/Reuters / Reuters