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Lübeck: Beilmörder muss lebenslang hinter Gitter

Der Beilmörder von Lübeck ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Damit folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Mann hatte seine Ex-Frau mit der Axt erschlagen.

Im Prozess um den «Beilmord von Lübeck» hat das Lübecker Landgericht den Angeklagten am Donnerstag zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 38 Jahre alte, aus Griechenland stammende Angeklagte seine Ex-Frau Ende Dezember 2007 auf offener Straße mit einem Beil erschlagen hat. Er habe seine Ex-Frau aus Wut getötet, weil das Gericht ihr das alleinige Sorgerecht für die beiden gemeinsamen Kinder zugesprochen hatte, sagte die Vorsitzende der IX. Großen Strafkammer. Das habe sich mit seinem Machtanspruch nicht vereinbaren lassen.

Bei dieser Begründung ließ der Angeklagte ein verächtliches Schnauben hören, ansonsten folgte er der Urteilsverkündung äußerlich gelassen. Am Vormittag dagegen hatte er in seinem letzten Wort die im Zuschauerraum sitzenden Angehörigen seiner Ex-Frau beschimpft. Daraufhin entstand ein Tumult, so dass die Verwandten des Opfers aus dem Saal gewiesen werden mussten.

Der Angeklagte hatte am 28. Dezember 2007 seine in seiner Nähe wohnende Ex-Frau abgepasst und mit einem am Vortag gekauften und extra noch geschärften Beil mindestens elf Mal auf sie eingeschlagen. Die Tatausführung zeige den großen Vernichtungswillen des Angeklagten, sagte die Richterin. Er habe trotz der schon Monate zurückliegenden Scheidung die Kontrolle über seine Frau und seine Kinder behalten wollen. Als er einsehen musste, dass er diese verloren hatte, sei er ausgerastet.

Die Erklärung, die der Angeklagte zu Prozessbeginn abgegeben hatte, wertete das Gericht nicht als Geständnis. Er habe lediglich nicht bestritten, seine Ex-Frau getötet zu haben und sich ansonsten auf Erinnerungslücken berufen. Ein psychiatrischer Sachverständiger hatte dem Angeklagten eine narzisstische Persönlichkeit "am Rande der Persönlichkeitsstörung" bescheinigt, aber keine Hinweise auf eine verminderte Schuld- oder Steuerungsfähigkeit gesehen.

Mit dem Urteil folgte das Gericht den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage, die allerdings zusätzlich noch die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld beantragt hatten. Die Verteidigung hatte eine Verurteilung wegen Totschlags beantragt und kündigte nach dem Urteil Revision an.

DPA / DPA
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