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Gewalttat im Linienbus: Die Helden von Lübeck: Wie vier Männer Schlimmeres verhinderten

Am Tag nach der Bluttat in einem Lübecker Linienbus steht die Hansestadt unter Schock. Zehn Verletzte sind zu beklagen. Dass es nicht viel schlimmer gekommen ist, ist auch vier mutigen Männern zu verdanken, den Helden von Lübeck.

Der Linienbus, in dem sich die Gewalttat ereignete, im Lübecker Stadtteil Kücknitz

Vier Männer griffen ein, die Polizei war schnell vor Ort. Insgesamt gab es zehn Verletzte bei der Attacke in einem Lübecker Linienbus.

Vier Männern ist es möglicherweise zu verdanken, dass bei der Gewalttat im Lübecker Linienbus am frühen Freitagnachmittag nicht noch weitere Menschen verletzt oder gar getötet wurden: Drei Fahrgästen und dem Busfahrer, die beherzt eingriffen, als die Wahnsinnstat des 34-Jährigen ihren Lauf nahm.

Jede halbe Stunde fährt ein Bus der Linie 30 die rund 22 Kilometer lange Strecke quer durch die Hansestadt vom Hauptbahnhof ins Seebad Travemünde. Jener, der um 13.47 Uhr Schauplatz der schockierenden Tat im Stadtteil Kücknitz war, ist nach Angaben der Polizei vollbesetzt gewesen, rund 70 Menschen sollen an Bord gewesen sein.

Zehn Verletzte bei Vorfall in Lübeck

Der Bus hatte rund zwei Drittel der Strecke zurückgelegt, als Passagiere bemerkten, dass es in dem Gelenkbus brannte. Busfahrer Peter S. erzählte den "Lübecker Nachrichten", dass plötzlich zwei Frauen gerufen hätten: "Feuer, Feuer! Hier ist ein Psycho!" Offenbar hatte der Täter seinen mit Brandbeschleuniger gefüllten Rucksack angezündet. Der Fahrer sah die Flammen im Rückspiegel und reagierte geistesgegenwärtig. Er stoppte den Bus auf der Travemünder Landstraße und öffnete die Türen, sodass die Fahrgäste aus dem Bus flüchten konnten. "Dann habe ich den Feuerlöscher eingesetzt und krieg' aufs Maul, irgendwas von dem Täter", schilderte S. im blutverschmierten Diensthemd die Situation. Der Mann habe wohl das Löschen verhindern wollen.

Anschließend sei der Täter mit einem Messer auf Fahrgäste losgegangen, so die Polizei. Er verletzte insgesamt zehn Menschen. Ob sich die Tat im Bus oder auch außerhalb abspielte, wird noch ermittelt, ebenso wie die Hintergründe der Tat.

+++ Hier können Sie die dramatischen Ereignisse von Lübeck im stern-Newsticker nachlesen +++

Fest steht: Nicht nur Peter S. ist einer der Helden des Nachmittags, sondern auch drei Fahrgäste. Sie zeigten Courage und überwältigten den Messerstecher, wie Augenzeuge Bodo Z. Reportern der "Bild"-Zeitung sagte: "Auch ich bin raus, dachte ich muss handeln, nahm mir draußen einen Ast. Ich sah, wie am Bus zwei Männer mit dem Angreifer rangelten. Dann habe ich ihm mit dem Ast auf den Kopf gehauen. Dann war Ruhe.​"
Ein Streifenwagen der Lübecker Polizei war zufällig in der Nähe, die Beamten nahmen den 34-Jährigen wenige Minuten später fest. Er soll im Laufe des Samstags vor den Haftrichter kommen. 

Der Spuk im Linienbus war vorbei - auch dank der vier Helden von Lübeck.

mit DPA-Material