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Kindesmissbrauch in Lügde: Weiterer Verdächtiger im Campingplatz-Missbrauchsfall - er soll erst 16 Jahre alt sein

Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde ermittelt die Polizei mittlerweile gegen sieben Verdächtige. Einer der Beschuldigten soll einem Medienbericht zufolge erst 16 Jahre alt sein.

Lügde: Weiterer Verdächtiger im Campingplatz-Missbrauchsfall - er soll erst 16 Jahre alt sein

Nordrhein-Westfalen, Lügde: Auf dem Campingplatz Eichwald, in der inzwischen eingezäunten Parzelle eines mutmaßlichen Täters

DPA

Im Missbrauchsskandal um dutzende Kinder auf einem Campingplatz bei Lügde (Nordrhein-Westfalen) sei ein minderjähriger Verdächtiger ermittelt worden. Laut Ralf Vetter von der Oberstaatsanwaltschaft Detmold soll es sich um einen 16-Jährigen handeln, berichtet der WDR. Der stern konnte Vetter für eine Stellungnahme nicht erreichen. Die Polizei Bielefeld spricht von einem "minderjährigen Beschuldigten", nennt aber keine weiteren Details.

Laut WDR soll der Verdächtige kinderpornographisches Material besessen haben, das auf dem Campingplatz entstanden sein soll. Darüber hinaus sei der Beschuldigte vernommen worden, befinde sich nun aber wieder auf freiem Fuß. Oberstaatsanwalt Vetter wollte laut WDR keine Angaben dazu machen, in welchem Verhältnis der mutmaßlich 16-Jährige zu den übrigen drei Tatverdächtigen stehen könnte. Er soll allerdings aus der Region stammen. Unklar sei auch, ob er sich in der Vergangenheit persönlich auf dem Campingplatz befunden habe.

Sieben Beschuldigte im Missbrauchsfall von Lügde

Auf dem Campingplatz in Lügde an der Grenze von Nordrhein-Westfalen zu Niedersachsen sollen über Jahre mindestens 31 Kinder im Alter zwischen 4 und 13 Jahren missbraucht und dabei gefilmt worden sein. Drei Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Der Fall hat sich mittlerweile auch zu einem Polizeiskandal ausgeweitet, weil im Gebäude der Kreispolizei in Detmold Beweismittel verschwanden. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft handelt es sich um 155 CDs und DVDs, die auf dem Campingplatz und in der Wohnung des Hauptverdächtigen gefunden worden waren. 

Die Polizei Bielefeld schöpft derweil "alle Möglichkeiten" bei der Aufklärung des schweren sexuellen Missbrauchs aus, erklären die Beamten in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der Staatsanwaltschaft Detmold. Die Spurensuche am Tatort sei intensiviert worden. Mittlerweile werde gegen sieben Beschuldigte ermittelt. Gegen drei Beschuldigte wird wegen des dringenden Tatverdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt, sie befinden sich in Untersuchungshaft.

Darüber hinaus gebe es einen weiteren Beschuldigten, gegen den aufgrund eines Hinweises auf mögliche Datenmanipulationen wegen des Tatverdachts der Strafvereitelung ermittelt werde. Gegen zwei weitere Beschuldigte werde aufgrund möglicher Unterstützungsleistungen wegen des Tatverdachts der Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern ermittelt.

Außerdem sei ein "minderjährigen Beschuldigten" ermittelt worden, heißt es in der Pressemitteilung. IT-Auswertungen hätten den Verdacht des Besitzes "kinderpornografischer Schriften" ergeben. Dabei könnte es sich um den angeblich 16-Jährigen handeln. Nähere Details nennt die Polizei Bielefeld allerdings nicht.

Die Beschuldigten "vier bis sieben", also die aktuell nicht dringend Tatverdächtigen, würden sich auf freiem Fuß befinden. "Die zugrunde liegenden Sachverhalte werden weiter aufgehellt und die Ermittlungen dazu fortgeführt.", heißt es.

Quellen: WDR, Polizei Bielefeld

fs