HOME

Staatsschutz ermittelt: Tod einer 14-Jährigen: Wie Lutz Bachmann völlig willkürlich einen Jungen als Mörder darstellt

"Die Bestie vom Kaukasus, Edgar H., tschetschenischer Moslem und Ex-Flüchtling", so beschuldigte Pegida-Initiator Lutz Bachmann einen Jugendlichen zu Unrecht, eine 14-Jährige in Berlin erstochen zu haben. Seine falsche Verdächtigung ist jetzt ein Fall für den Staatsschutz.

Pegida-Initiator Lutz Bachmann

Der gewaltsame Tod einer 14-Jährigen in Berlin, mutmaßlich erstochen von einem 15-jährigen Bekannten, sorgt weiter für Trauer und Entsetzen. Gleichzeitig versuchen Rechte, die Bluttat für ihre politische Agenda zu instrumentalisieren und das Geschehen - zur Not über Umwege - Geflüchteten oder Migranten in die Schuhe zu schieben (der stern berichtete).

Ein prominenter Unterstützer dieses Vorhabens ist , der unter anderem wegen Volksverhetzung vorbestrafte Initiator des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses.

Lutz Bachmann verdächtigt Unschuldigen

Kurz nachdem die Berliner am Donnerstag über den Stand ihrer Ermittlungen informierte und aufforderte, sich nicht an Spekulationen über die Identität eines möglichen Tatverdächtigen zu beteiligen, stieg Bachmann ein.

Mit einem knappen, aber vielsagenden "Wetten?".

Der Pegida-Initiator schaltete sich früh in die Diskussion um die Herkunft des Verdächtigen ein

Der Pegida-Initiator schaltete sich früh in die Diskussion um die Herkunft des Verdächtigen ein

Doch die Wette hätte Bachmann verloren, wie die Polizei später mitteilte, handelte es sich bei dem mutmaßlichen Messerstecher um einen 15-jährigen Deutschen - kein Migrant, kein Flüchtling.

Die Polizei stellte klar, dass der Verdächtige auch deutsche Eltern hat

Die Polizei stellte klar, dass der Verdächtige auch deutsche Eltern hat, merkte jedoch auch an: "Schade, dass diese Frage überhaupt eine Rolle spielt. "

Doch da war das Jagdfieber des -Gründers offenbar schon ausgebrochen: Nachdem Berliner Medien meldeten, dass der Festgenommene Edgar H. heiße, wurde Bachmann am Montagnachmittag bei Facebook fündig, wie aus mehreren Screenshots hervorgeht. Er twitterte zwei Bilder eines Jugendlichen und schrieb: "Nun ist es wohl raus: Die Bestie vom Kaukasus, Edgar H., tschetschenischer Moslem und Ex-Flüchtling." Dazu den Link auf das Facebook-Profil des Jugendlichen, Bingo, das passt, muss sich Bachmann gedacht haben: Nur: Bei dem Abgebildeten Edgar H. handelt es sich mitnichten um den Festgenommenen. Der Pegida-Gründer stellte einen Unschuldigen an den Internetpranger.

Mit diesem Tweet stellte Lutz Bachmann einen Unschuldigen an den Pranger

Mit diesem Tweet stellte Lutz Bachmann einen Unschuldigen an den Pranger. Der stern hat die Fotos vollständig verpixelt

Der Angeschuldigte wehrte sich und löschte die veröffentlichten Fotos von seinem Facebook-Profil: "Ich (...) habe nichts damit zutun!!! Der Täter wurde gefasst!!!", schrieb er, offensichtlich nicht in Unterschungshaft sitzend.

Der von Bachmann Beschuldigte wehrte sich

Der von Bachmann Beschuldigte wehrte sich

Inzwischen ist die falsche Anschuldigung von Bachmanns Twitteraccount verschwunden. Bachmann rechtfertigte die Veröffentlichung im Nachhinein. Rein juristisch sei diese wasserdicht, "da es ja nicht umsonst wie eine Frage formuliert war 'Nun ist es wohl raus ...'".

Mit diesem Tweet versucht Lutz Bachmann, seine falsche Anschuldigung zu rechtfertigen

Mit diesem Tweet versucht Lutz Bachmann, seine falsche Anschuldigung zu rechtfertigen

Der unbedingte Wille Bachmanns, einen Migranten als Tatverdächtigen herbeizuschreiben, könnte dennoch gehörigen juristischen Ärger für ihn auslösen. Wie die Berliner Polizei dem mitteilte, ermittelt der Staatsschutz des Landeskriminalamtes wegen des Verdachts der falschen Verdächtigung, der üblen Nachrede und der Volksverhetzung. Alle drei Delikte können jeweils mit mehreren Jahren Gefängnis bestraft werden.

stern vor Ort bei Pegida: "Kalifat NRW", "Press-tituierte" - die wirre Hetze des Lutz Bachmann