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Lyon Orthodoxer Priester mit Jagdgewehr angeschossen – Verdächtiger festgenommen

Vor einem dunkelblauen Abendhimmel steht ein Sandsteinbau mit zwei Säulen vor dem Portal
Vor dieser griechisch-orthodoxen Kirche in Lyon wurde ein Priester mit zwei Schüssen niedergestreckt
© Laurent Cipriani/AP / DPA
Vor einer griechisch-orthodoxen Kirche in Lyon hat ein Mann einen Priester mit zwei Schüssen lebensgefährlich verletzt. Die Polizei hat einen Verdächtigen in Gewahrsam.

Ein orthodoxer Priester ist in der französischen Stadt Lyon mit einer Schusswaffe angegriffen und verletzt worden. Der mutmaßliche Täter sei auf der Flucht, teilte die Polizei der Nachrichtenagentur AFP am Samstagnachmittag mit. Der aus Griechenland stammende Geistliche soll in Lebensgefahr schweben. Er sei dabei gewesen, "seine Kirche zu schließen", als die Tat passierte. Nach Informationen des Radiosenders "France Info" soll der Täter mit einem Jagdgewehr zwei Schüsse abgegeben und den Geistlichen in den Unterleib getroffen haben. Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar. "Le Figaro" zitiert den Bürgermeister von Lyon, Grégory Doucet: "Keine Spur ist ausgeschlossen, keine wahrscheinlicher als die andere."

Stunden nach dem Schusswaffenangriff in Lyon ist ein Verdächtiger festgenommen worden. Die Person, die bei der Festnahme keine Waffe getragen habe, sei in Polizeigewahrsam, teilte der Staatsanwalt von Lyon, Nicolas Jacquet, mit. Es könne sich um die Person handeln, die von Zeugen beschrieben worden sei, die Überprüfung dauere noch an. Laut "Le Figaro" hätten Zeugen einen 1,90 Meter großen Mann beschrieben, der eine lange dunkle Jacke trug.

Der Angriff in der Stadt im Südosten Frankreichs soll sich um 16.00 Uhr ereignet haben. In einem Tweet hat der EU-Ratschef Charles Michel den Angriff verurteilt. In Europa sei die Gewissensfreiheit für alle garantiert und müsse respektiert werden, Gewalt sei unerträglich und zu verurteilen, schrieb der Politiker.

Schüsse auf Priester gegen 16 Uhr

Der Priester hat laut "Le Monde" Streit mit einem ehemaligen Mönch gehabt. Der habe dem Priester unter anderem Veruntreuung  von Kirchengeldern vorgeworfen. "Er war von diesen Anschuldigungen sehr betroffen, der Konflikt war giftig, er stand jemandem gegenüber, der sehr starrsinnig war", sagte Xavier Moroz, der Anwalt, der den Priester damals verteidigte, der Zeitung. Der Priester reichte demnach eine Verleumdungsklage ein und gewann vor Gericht in zwei Instanzen, sodass der Ex-Mönch 1000 Euro Geldstrafe zahlen musste.

 "Le Figaro" berichtet, der Geistliche sei 52 Jahre alt und Vater von drei Kindern. Unter Berufung auf das Oberhaupt der orthodoxen Kirche Frankreichs schreibt die Tageszeitung, der Angeschossene habe kurz davor gestanden, nach Griechenland zurückzukehren und sich dort einer neuen Aufgabe zu widmen.

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage nach dem tödlichen Messerstich in Nizza, bei dem ein 21-jähriger mutmaßlicher Terrorist aus Tunesien in einer Kirche drei Menschen mit einem Messer tödlich angegriffen hat.

tkr AFP DPA

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