VG-Wort Pixel

Madeleine McCann Maddies Eltern wütend auf portugiesischen Ermittler


In einem Buch erhob der ehemalige Chefermittler im Fall Maddie schwere Vorwürfe gegen die Eltern der Vermissten. Sie verklagten ihn. Dass der Prozess nun erneut vertagt wurde, ärgert Maddies Eltern.

Die Eltern des 2007 in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Madeleine McCann haben sich am Montag erneut bitter über den ehemaligen Chefermittler Gonçalo Amaral beklagt. "Wir sind verärgert über diese erneute Vertagung der Verhandlung auf Antrag von Amaral. Das ist das vierte Mal, dass das passiert." Der Zivilprozess in Lissabon gegen ihn war am Morgen erneut vertagt worden, nachdem der Beklagte seine Rechtsvertreter gewechselt hatte.

Diese Verzögerungen würden dem Fall nicht gerecht, sagte Gerry McCann vor dem Gerichtsgebäude in Lissabon. "Jede Verzögerung verursacht bei uns mehr Schmerz und Unmut", sagte der Vater.

Ermittler beschuldigte Maddies Eltern

Gerry und Kate McCann fordern von Amaral wegen Verleumdung Entschädigungszahlungen in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Der ehemalige Chefermittler hatte in einem Buch die These aufgestellt, das Kind sei bei einem Unfall im Hotelzimmer der Familie gestorben, und ihre Eltern hätten die Leiche anschließend verschwinden lassen. Die McCanns wollen unter anderem die Weiterverbreitung des Buches verbieten lassen. Amaral war zuvor von den Ermittlungen abgezogen worden. Er selbst führt das auf politischen Druck aus Großbritannien zurück.

Die portugiesische Polizei hatte die Suche nach Maddie nach 14 Monaten eingestellt. Die britische Polizei leitete im Juli 2013 eigene Ermittlungen ein. In diesem Rahmen durchkämmten Ermittler kürzlich große Gebiete in Praia da Luz. Laut Scotland Yard brachte die Suche jedoch bis zu ihrem Abschluss am Mittwoch keine neuen Erkenntnisse. Gerry McCann versicherte, trotz der erfolglos verlaufenden Suche nach seiner Tochter gebe es keinen Anlass zu der Vermutung, dass sie tot sei. "Es gibt keinen Beweis, dass ihr schwerer körperlicher Schaden zugefügt wurde", sagte er. Deshalb würden er und seine Frau Kate die Suche nicht aufgeben. Maddie war im Mai 2007 mit drei Jahren aus einer Ferienanlage an der Algarve spurlos verschwunden.

stb/kis/DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker