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Madoff-Versteigerung Die Unterhosen eines Superbetrügers


Bernard Madoff betrog die US-High-Society um Milliarden und wurde zu 150 Jahren Knast verurteilt. Eine Auktion seiner Habseligkeiten gewährte nun Einblick in das pompöse Privatleben eines Betrügers.

Finanzbetrüger Bernard Madoff liebte es gerne plüschig und pompös. Dort ein antiker Schrank, hier eine kitschige Bronzefigur. Bei der Versteigerung seiner privaten Habe kam Erstaunliches zum Vorschein - von der gestreiften Unterhose bis zum blauen Nachthemd seiner Frau. Am Ausgefallensten waren sicherlich seine schwarzen Hausschuhe mit rotem Innenfutter und aufgestickten Initialen. Endpreis: stolze 6000 Dollar (4400 Euro). Insgesamt kamen bei der Auktion mehr als zwei Millionen Dollar zusammen.

Madoff hatte die Gutbetuchten in den Vereinigten Staaten um ihre Vermögen gebracht - und sich selbst und seiner Frau damit ein angenehmes Leben ermöglicht. Er zog das größte bekannte Schneeballsystem der Geschichte auf. Erst als in der Wirtschaftskrise kein frisches Geld mehr nachkam, kam der Schwindel ans Licht. Ein Gericht verurteilte Madoff Mitte 2009 zu 150 Jahren Gefängnis.

Die Strafe sitzt der Edelganove im Bundesgefängnis der Kleinstadt Butner in North Carolina ab. Sein Leben vor der Haft wurde jetzt in einem New Yorker Hotel ausgebreitet. Dort lauerten Schnäppchenjäger und Fans des Schurken gleichermaßen auf ihre Chance, ein "Andenken" zu ergattern. 489 Posten waren aufgerufen, die Auktion dauerte einen ganzen Tag.

Kitsch as Kitsch can

Ein kunstvoll geschmiedetes Kaminset mit zwei Delfinen als Blickfang aus dem 18. Jahrhundert kam auf 2900 Dollar, ein Teetisch aus Mahagoni brachte 3800 Dollar ein, ein Himmelbett - ausdrücklich ohne Matratze - kostete 2250 Dollar. Daneben lagen Bilderrahmen aus Silber, Zigarrenetuis aus Leder, Prada-Hosen für die Dame oder Armani-Anzüge für den Herren.

Zu den Prachtstücken der Auktion zählte ein schwarzer Steinway-Konzertflügel aus dem Jahre 1917, der für 42.000 Dollar einen Liebhaber fand. Das Mindestgebot hatte bei lediglich 7000 Dollar gelegen. Auch mehrere Gemälde landeten in der Preisregion eines Mittelklasse-Wagens.

Ein Diamant-Kollier brachte 82.500 Dollar, ein Paar Diamant- Ohrringe 135.000 Dollar und ein Diamant-Ring mit 10,5 Karat sogar 550.000 Dollar. Für den kleinen Geldbeutel gab es eine CD-Sammlung mit Musik von Mick Jagger bis Barry White für 100 Dollar.

Nur ein Tropfen auf dem heißen Stein

Für Madoffs Opfer dürften die Preise trotz teils satter Aufschläge aber wie Hohn klingen. Bei der jetzigen Auktion kamen mehr als zwei Millionen Dollar zusammen. Eine erste Auktion im vergangenen Jahr, bei der vor allem Schmuck und Uhren weggingen, hatte rund eine Million Dollar eingespielt. Auf dem Papier war Madoffs Investmentimperium zuletzt aber mehr als 60 Milliarden Dollar wert.

Auf der ganzen Welt ist ein Treuhänder auf der Suche nach dem verschwundenen Geld. Der weitaus größte Teil dürfte für immer weg sein, verspielt an der Börse oder verjubelt beim mondänen Lebensstil des Paares Bernard und Ruth. Der Treuhänder hat bislang gerade mal 1,5 Milliarden Dollar zusammenbekommen.

Daniel Schnettler, DPA DPA

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