Mafia Wieder blutige Mafia-Fehde


Schon wieder erschüttert ein Mafia-Mord Deutschland. Experten gehen davon aus, dass die Cosa Nostra inzwischen weite Bereiche der deutschen Wirtschaft infiltriert hat und zielgerichtet Konkurrenz aus dem Weg räumt.
Von Manuela Pfohl

Die Umstände des Mordes an einer Geschäftsfrau in Düsseldorf heizen Spekulationen über die mögliche Tatbeteiligung einer russischen Mafiagruppe an. Die russischstämmige Frau war am Samstag vor ihrem Haus erstochen worden. Zuvor war sie von angeblichen Auftragskillern erpresst worden. Ein Russe und ein Usbeke waren deswegen im vergangenen September vom Düsseldorfer Landgericht zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Während der Haupttäter im Gefängnis sitze, sei sein Komplize auf freiem Fuß und verschwunden, bestätigte Staatsanwalt Christoph Kumpa am Dienstag Zeitungsberichte. Dennoch sei dies "keine heiße Spur".

Ein Mafiosi kommt selten allein

Die Erpresser hatten angegeben, den Mordauftrag von einem russischen Hintermann erhalten zu haben. Sie boten der Frau an, für 100.000 Euro nicht sie, sondern den Auftraggeber umzubringen. Die 54- Jährige hatte jedoch die Polizei eingeschaltet. Bei einer fingierten Geldübergabe waren die Männer festgenommen worden.

Die Mordkommission "Galina" ermittele in alle Richtungen. "Es kann auch jemand sein, der sich über ihre Geschäfte geärgert hat", sagte Staatsanwalt Kumpa. Die 54-Jährige hatte für ihre Kunden Zollformalitäten für den Handel mit Russland abgewickelt. Am Dienstag fanden Taucher in der Nähe des Tatortes in einem Teich ein Messer. Nun wird untersucht, ob es sich dabei um die Tatwaffe handelt.

Manchmal sind es auch zwei

Nachbarn hatten die Leiche der Geschäftsfrau in deren Garageneinfahrt in einem gepflegten Wohnviertel im Düsseldorfer Süden gefunden. Die Frau lebte seit 18 Jahren mit ihrem Mann in Deutschland. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mörder der Frau in ihrer Garage aufgelauert hat. "Wir gehen davon aus, dass es tatsächlich einen Mordauftrag gab", hatte der Vorsitzende Richter bei der Verurteilung der Erpresser am 12. September vergangenen Jahres gesagt.


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