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Magnus Gäfgen: Von-Metzler-Mörder gründet Stiftung

Vor einigen Monaten hatte die zuständige Behörde sein Ansinnen noch abgelehnt, nun gibt sie grünes Licht: Magnus Gäfgen, der Mörder des Bankiersohns Jakob von Metzler, darf seine umstrittene Stiftung für junge Gewaltopfer gründen.

Der Mörder des Frankfurter Bankierssohns Jakob von Metzler, Magnus Gäfgen, darf voraussichtlich doch eine Stiftung für junge Gewaltopfer gründen. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier stimmte nach Angaben einer ADD-Sprecherin einem entsprechenden Vorantrag zu. Wenn der förmliche Antrag mit dem angekündigten Inhalt folge, werde die Stiftung genehmigt. Die Sprecherin bestätigte damit im Kern einen Bericht der Koblenzer "Rhein-Zeitung" vom selben Tag.

Gäfgens Anwalt Michael Heuchemer wird mit den Worten zitiert: "Es wird unsere Stiftung mit dem von Anfang an konzipierten Stiftungszweck geben." Sie solle Kindern und Jugendlichen helfen, die als Opfer einer Straftat die Kosten für die Rechtsverfolgung nicht selbst aufbringen könnten. Es sei ein Versuch, "ein kleines Gegensymbol zu dem geschehenen Unrecht aus dem Jahr 2002 zu setzen".

Die ADD hatte die Gründung der Stiftung im August 2006 mit der Begründung abgelehnt, das geplante Projekt sei untrennbar mit der Person des zu lebenslanger Haft verurteilten Gäfgen verbunden. Die Trierer Behörde ist für die Entscheidung über den Stiftungsantrag zuständig, weil die Kanzlei von Gäfgens Anwalt ihren Sitz im rheinland-pfälzischen Bendorf hat. Das Gründungskapital der Stiftung müsste nach Landesrecht mindestens 25.000 Euro betragen.

Der Mörder des elfjährigen Frankfurter Bankierssohn Jakob von Metzler nach neuen Entwürfen nicht mehr Namensgeber der Stiftung sein. Gäfgen werde dem Stiftungsvorstand als einer von zwei stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden oder als Beisitzer angehören, heißt es. Anwalt Heuchemer sei designierter Vorstandsvorsitzender und Stifter.

Versteck nach Gewaltandrohung verraten

Gäfgen hatte den elf Jahre alten Jakob von Metzler am 27. September 2002 entführt und sofort in seiner Frankfurter Wohnung ermordet. Erst nach Gewaltdrohungen eines Vernehmungsbeamten offenbarte der junge Jurist das Versteck des toten Jungen, von dessen Familie er zuvor noch eine Million Euro erpresst hatte, um seinen luxuriösen Lebensstil aufrechtzuerhalten. Nach mehreren Geständnissen verurteilte das Landgericht Frankfurt den jungen Mann zu lebenslanger Haft mit besonders schwerer Schuld, was eine Entlassung bereits nach 15 Jahren Haft verhindert.

DPA/AP / AP / DPA