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Mai-Proteste in Berlin (Fast) friedlich


Fast schon ungewöhnlich ruhig sind die Demonstrationen am 1. Mai in Berlin verlaufen: Insgesamt wurden bei vereinzelten Ausschreitungen 161 Störer festgenommen, gegen 15 erging Haftbefehl.

Der 1. Mai ist in Berlin so friedlich verlaufen wie seit Jahren nicht mehr. Nur bei der sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demonstration am Sonntagabend sowie in der Nacht zum Montag wurden Demonstranten kurzzeitig gewalttätig. Vereinzelt Randale gab es auch in Bremen und Hamburg.

Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) bescheinigte der Polizei am Montag einen professionellen Einsatz. Das Wochenende sei geprägt gewesen von fröhlich feiernden Menschen, sagte der SPD-Politiker. Störer und Gewalttäter habe die Polizei professionell in die Schranken gewiesen.

Die Polizei nahm am Wochenende insgesamt 161 Störer in der Hauptstadt fest. Das waren deutlich weniger als 2010, als noch rund 490 Randalierer festgesetzt wurden. 100 Polizisten erlitten Verletzungen. Gegen 15 Personen erging Haftbefehl, in 18 weiteren Fällen stand die Entscheidung am Montagnachmittag noch aus.

Insgesamt waren in Berlin am 1. Mai rund 7000 Polizisten im Einsatz, darunter auch Kräfte aus anderen Bundesländern. In der Hauptstadt hatte es seit 1987 immer wieder Ausschreitungen bei den Mai-Demonstrationen gegeben.

Am Sonntagabend wurden Polizisten in Kreuzberg mehrfach aus einer Gruppe von etwa 1500 Menschen angegriffen. Bei der vorherigen Demonstration wurden Scheiben von zwei Banken eingeworfen. Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper flogen gegen Polizisten und Polizeifahrzeuge. Brennende Barrikaden gab es diesmal nicht. Die Polizei sprach von 9000, die Veranstalter von 13 000 Demonstranten.

In Hamburg liefen am Sonntagabend rund 2000 Anhänger der linken Szene durch die Stadt. Einzelne lieferten sich Scharmützel mit der Polizei. Zwei Beamte wurden durch Böller beziehungsweise Flaschenwürfe leicht verletzt. 42 Demonstranten wurden festgenommen, 28 blieben in Gewahrsam. Mehr als 2000 Polizisten waren im Einsatz. In Bremen rechnete die Polizei Brandanschläge auf zwei Autos und Steinwürfe und Farbbeutelwürfe auf die Fensterscheiben von zwei Bankfilialen Autonomen zu, die im Umfeld des 1. Mai aktiv wurden.

DPA DPA

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