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"Säuberung" von Witwen: HIV-positiver Mann wegen Sex-Ritualen verurteilt

Bei sexuellen Riten entjungferte Eric Aniva über 100 Mädchen, obwohl er HIV-positiv ist. Dafür sollte er zur Rechenschaft gezogen werden, verlangte der Präsident von Malawi. Doch der Mann wurde nicht wegen der Entjungferungen schuldig gesprochen.

In Malawi wurde Eric Aniva für die Ausübung einer verbotenen rituellen Praxis zu zwei Jahren Haft verurteilt

In Malawi wurde Eric Aniva für die Ausübung einer verbotenen rituellen Praxis zu zwei Jahren Haft verurteilt

Eric Aniva wurde dafür engagiert, Mädchen zu entjungfern - wie es ein alter Brauch in Malawi will. Über 100 sollen es gewesen sein. Und er nahm die Aufträge an, obwohl er HIV-positiv ist. Außerdem schlief er auch mit Frauen, die frisch verwitwet waren, zur sogenannten "Reinigung". Ein Gericht in Malawi verurteilte den Mann nun dafür zu zwei Jahren Haft. Und zwar für die Ausübung des Rituals, das erst vor kurzem im Abschnitt 5 des Gleichstellungsgesetzes von Malawi als "schädliche Kulturpraxis" definiert wurde.

Weder die Entjungferungen noch der Vorwurf der Körperverletzung und Vergewaltigung wurden bei dem Urteil berücksichtigt, berichtet BBC. Auch der Umstand, dass Aniva die Frauen mit dem Virus angesteckt haben könnte, spielte bei der Urteilsfindung keine Rolle.

Aniva will das Urteil nicht akzeptieren

Aniva wurde im vergangenen Juli auf Befehl des malawischen Präsidenten Peter Mutharika verhaftet, nachdem er in einem Interview mit der BBC mit seiner Tätigkeit als "Hyäne" geprahlt hatte. "Die Mehrheit der Mädchen, mit denen ich geschlafen habe, waren Schulmädchen. Manche von ihnen waren erst zwölf oder 13 Jahre alt, aber ich bevorzuge eigentlich ältere", erzählte Aniva damals. Doch keines der von ihm entjungferten Mädchen sagte gegen ihn vor Gericht aus. Nur zwei Witwen traten als Zeuginnen auf. 

Der Anwalt von kündigte bereits an, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen.

Grausame Rituale

Frauen, die ihren Ehemann verloren haben, werden dem traditionellen Glauben nach dazu verpflichtet, mit einem " " zu schlafen, bevor sie die Verstorbenen beerdigen können. Dasselbe wird Frauen abverlangt, die eine Abtreibung hinter sich haben.

Von den Familien junger Mädchen werden "Hyänen" dafür engagiert, diese zu entjungfern. In einigen südlichen Gebieten von verlangt es die Tradition, dass ein Mädchen innerhalb von drei Tagen nach ihrer ersten Menstruation Geschlechtsverkehr hat. Dieser Vorgang soll den Übertritt ins Erwachsenenalter markieren. Weigern sich die Mädchen, drohen ihren Familien und Dörfern Krankheiten und Unglücke - so der verheerende Aberglaube.

Allein im Dorf von Aniva gibt es neun weitere "Hyänen".

ivi
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