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Malaysia Vergewaltiger heiratet 14-jähriges Opfer, um Gefängnis zu entgehen

Ein Vergewaltiger in Malaysia hat sein Opfer geheiratet, um einer Strafe zu entgehen (Symbolbild)
Ein Vergewaltiger in Malaysia hat sein Opfer geheiratet, um einer Strafe zu entgehen (Symbolbild)
© Picture Alliance
Damit er nicht ins Gefängnis muss, hat ein malaysischer mutmaßlicher Vergewaltiger sein erst 14 Jahre altes Opfer geheiratet. Dadurch wurde das Verfahren eingestellt. Derartige Fälle gab es in dem Land bereits öfter.

Mit der Heirat des Opfers hat ein Malaysier eine langjährige Gefängnisstrafe wegen Vergewaltigung umgehen können - und bei Menschenrechtsaktivisten Empörung ausgelöst. Das Gericht im Bundesstaat Sarawak auf Borneo stellte das Verfahren ein, weil es "keine Notwendigkeit" einer weiteren Strafverfolgung mehr gebe, berichtete die "Borneo Post" auf ihrer Website. Begründung der Richter: Das erst 14-jährige Opfer und der mutmaßliche Täter seien ja jetzt ein Ehepaar.

Menschenrechtsaktivisten reagierten empört: Opferfamilien in dem konservativen muslimischen Land willigten aus Sorge um die Ehre lieber in eine Heirat ein, als dass ihr Name während eines Prozesses bekannt werde. Diese Praxis vermittele jedoch, dass Vergewaltigungen straflos blieben. Eigentlich sieht das malaysische Recht bis zu 30 Jahre Haft und Auspeitschung für Vergewaltigung vor.

Ähnliche Fälle in der Vergangenheit in Malaysia

In den vergangenen Jahren habe sie mehrere Fälle erlebt, bei denen der mutmaßliche Täter erst das Opfer geheiratet habe, sich dann wieder scheiden ließ und der Familie etwas Geld bezahlte, um so der Strafe zu entgehen, sagte Aegile Fernandez von der Nichtregierungsorganisation Tenaganita. "Vergewaltigung bleibt Vergewaltigung", sagte die Aktivistin. 2013 hatte es einen Aufschrei der Empörung unter Menschenrechtlern auf Malaysia gegeben, als eine Zwölfjährige an ihren Vergewaltiger verheiratet wurde.

fin AFP

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