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Tod durch Kreissäge: Mann beim Sexspiel den Kopf abgetrennt - Pädagogin vor Gericht

In München beginnt der Mordprozess gegen eine Pädagogin. Die Frau soll ihren Freund während des Sexspiels mit einer Handkreissäge bestialisch getötet haben. Welche Motive trieben sie zu der Tat?

Sexspiel

Übte sie grausame Rache für jahrelange Demütigungen? Gabriele P. wird in München der Prozess wegen heimtückischen Mordes gemacht

Die Pädagogin Gabriele P. lebte lange mit einem dunklen Geheimnis. Über sieben Jahre vergingen, ehe die sterblichen Überreste ihres früheren Freundes im Garten ihres Hauses in Haar bei München gefunden wurden. Was die Polizei dort entdeckte, lässt auf einen besonders grausamen Tod von Alex H. schließen: Der Literaturstudent starb durch schwere Schnitte mit einer Handkreissäge in seinen Körper, dann wurde ihm sogar noch der Kopf abgetrennt. Gabriele P. soll die Tat während eines sadomasochistischen Sexspiels begangen haben. Die Ermittler fanden bei der Leiche noch die Bänder, mit denen H. gefesselt worden war.

Wie kann es zu einer solchen Tat kommen? Die Staatsanwaltschaft geht im am Montag begonnenen Prozess von heimtückischem Mord aus. Sie vermutet eine unglückliche Beziehung als Motiv. Was sich lapidar anhört, muss ein Abgrund an Demütigungen und psychischer Grausamkeit gewesen sein, die Gabriele P. in all den Jahren mit Alex H. erlitten hat. Das will zumindest die Verteidigerin von P., Birgit Schwerdt, die von einer "Verzweiflungstat" ausgeht, im Prozess darlegen: "Es geht insbesondere darum, die Hintergründe herauszuarbeiten und das Motiv herauszufiltern". Gabriele P. hat die Tat gestanden und will sich auch im Prozess dazu äußern.

Alex H. soll sich immer neue Sexspiele ausdenken

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, lernte Gabriele P. ihren Freund schon mit 16 Jahren kennen. Er war damals 21. Als Gabriele P. volljährig wird, ziehen die beiden zusammen in das Haus vor den Toren Münchens, das sie von Verwandten geerbt hat. P. beginnt Pädagogik zu studieren. Alex H. ist für Literatur und Japanologie eingeschrieben. Der Student wurde in jungen Jahren von seiner Mutter zur Adoption freigegeben und wuchs bei Pflegeeltern auf. Das Haus machen sie zu einer idyllischen Studenten-WG mit wild wucherndem Garten.

Am ersten Prozesstag beschrieb Gabriele P. das Opfer als einen Mann mit zwei Gesichtern. Das eine sei "wahnsinnig intelligent, sehr humorvoll, gut erzogen" gewesen. 2007 habe sie ein gemeinsames Kind abgetrieben. Über das zweite wollte sie zunächst nicht sprechen. Doch was sich dahinter verbirgt, liegt nahe: In ihrem Tagebuch soll Gabriele P. erniedrigende Sexpraktiken beschrieben haben, die sie über sich ergehen ließ.

Im Dezember 2008 kommt es schließlich zu einem heftigen Streit zwischen dem Paar. Gabriele P. wirft ihren Freund aus dem Haus, findet die Polizei durch Zeugenaussagen heraus. Der genaue Tag lässt sich nicht mehr bestimmen. Sicher ist: Alex H. kehrt zu dem Haus zurück, die beiden versöhnen sich. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass Gabriele P. nur zum Schein ihrem Freund verzeiht. Die beiden gehen zusammen ins Bett. Wie so oft soll sich H. die zugeklebte Taucherbrille übergestreift haben, die ebenfalls im Garten gefunden wurde. Sie fesselt ihn nach seiner Aufforderung ans Bett. Dann tötet sie ihn.

Lag die Handkreissäge absichtlich neben dem Bett?

Im Prozess muss die Frage geklärt werden, ob die Handkreissäge nur zufällig neben dem Bett lag wegen der Renovierungsarbeiten, oder ob Gabriele P. sie dort absichtlich platziert hatte. Während des Sexspiels greift sich nach der Säge und schneidet ihrem Freund in den Körper. Er stirbt an seinen schweren Verletzungen. Erst danach soll sie den Kopf abgetrennt haben.

Ein halbes Jahr später entdeckt ihr neuer Freund Christian K. die Leiche auf dem Dachboden des Hauses. Doch er geht nicht zur Polizei, sondern hilft Gabriele P. bei der Beseitigung der sterblichen Überreste. Dazu bittet er einen Bekannten um Hilfe. Die beiden Männer wickeln die Leiche in Folie ein und vergraben sie im Garten des Hauses. Beide sind wegen Strafvereitelung mittlerweile schon verurteilt.

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Es vergehen Jahre, bis die Tat ans Licht kommt. Die Eltern des Opfers beauftragen einen Privatdetektiv mit der Suche nach ihrem spurlos verschollenen Sohn, doch der findet nichts. Es gibt das Gerücht, ihr Ex-Freund habe sich nach Rumänien abgesetzt - bis die Tat doch ans Tageslicht kommt. Auf einer Party plaudert irgendjemand betrunken über das grausame Verbrechen, der Zuhörer geht zur Polizei, die schließlich die Leiche im Garten ausgräbt. Das war im Januar 2016.

Am ersten Prozesstag verbarg Gabriele P. , heute 32 Jahre alt, ihr Gesicht hinter einem weißen Blatt. Über ihr Motiv und die dunkle Persönlichkeit des Opfers will sie sich äußern. Ihre Verteidigerin wird dafür den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragen.