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Vergewaltigung: Mann verspricht missbrauchtem Mädchen, sie zu retten – unter einer schlimmen Bedingung

Der Adoptivvater missbrauchte sie, in ihrer Not wandte sich eine 14-Jährige online an einen Fremden. Der Mann wollte ihr helfen – aber nur, wenn sie ihm ein Video der Vergewaltigung schickte.

Zwei Hände in Handschellen

Sowohl der Adoptivvater, der die 14-Jährige missbrauchte, als auch der Mann, dem sie sich online anvertraute, stehen vor Gericht (Symbolbild)

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An Heiligabend vertraute sich ein 14-jähriges Mädchen online einem Fremden an. Über die Spieleplattform Roblox hatte sie ihn kennengelernt und offensichtlich hatte sie sonst niemanden, an den sie sich wenden konnte. Über längere Zeit schon war das Mädchen aus dem US-Bundesstaat Tennessee von ihrem Adoptivvater missbraucht worden. Ihre Mutter, der sie von den Übergriffen erzählt hatte, glaubte ihr nicht. Nun hoffte sie, bei einem fremden Mann aus dem Internet Hilfe zu finden.

Mittlerweile stehen beide vor Gericht – der Adoptivvater und der Mann aus dem Internet. Wie verschiedene US-amerikanische Medien unter Berufung auf Gerichtsdokumente berichten, habe das Mädchen den Unbekannten mittels Textnachrichten gebeten, ihr zu helfen. "Ich kann hier nicht bleiben, ich flehe dich an", habe sie geschrieben. Schließlich war der 31-jährige Mann aus Wisconsin tatsächlich bereit, ihr zu helfen. Allerdings nur unter einer Bedingung.

Online-Bekannter fordert Mädchen auf, Vergewaltigung zu filmen

Der Online-Bekannte forderte das Mädchen auf, in ihrem Zimmer ein Handy zu verstecken und damit beim nächsten Mal die Vergewaltigung durch ihren Adoptivvater zu filmen. Sonst gebe es keine Beweise und er würde "in eine Menge Probleme" geraten. Schließlich willigte das Mädchen ein. Auf dem Computer des Mannes fanden die Ermittler später ein sieben Minuten langes Video, das die Vergewaltigung eines Mädchens zeigt. Der nun Angeklagte behauptet, er habe das Video nicht an die Polizei weitergegeben, weil er glaubte, es sei zu verschwommen und deshalb als Beweisstück untauglich.

Nachdem er das Video bekommen hatte, war der 31-Jährige fast 1300 Kilometer von Wisconsin nach Tennessee gefahren, hatte das Missbrauchsopfer abgeholt und sie in sein Haus gebracht. Drei Tage später wurde das Mädchen von ihrer Mutter als vermisst gemeldet. Nach zwei Wochen Suche wurde die 14-Jährige im Haus des Mannes gefunden. Sie hatte sich im Keller in einem Schrank versteckt.

Der Mann aus Wisconsin wird nun wegen sexueller Ausbeutung eines Kindes angeklagt. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm, nach Angaben der Justiz in dem Bundesstaat, zwischen 15 und 30 Jahre Haft. Der Adoptivvater des Mädchens muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten. Die 14-Jährige ist wieder bei ihrer Mutter und ihren drei Geschwistern – die Mutter behauptet, von dem Missbrauch nichts gewusst zu haben.

Quellen: "Washington Post" / "Buzzfeed News" / Department of Justice, Western District of Wisconsin

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