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Unglaublicher Fall: Mann inszeniert mithilfe der Polizei seinen Tod - und überführt so seine Frau

Das Bild geht um die Welt. Ein Mann mit nacktem Oberkörper liegt im Dreck, ein Einschussloch an der Schläfe. Was nicht zu erkennen ist: Es ist inszeniert, mithilfe der Polizei. Und zwar aus gutem Grund.

Was tun, wenn man den begründeten Verdacht hat, dass ein enger Angehöriger einem nach dem Leben trachtet? In Houston im US-Bundesstaat Texas verfiel ein 50-jähriger Mann auf eine ganz besondere Idee. Die Umstände seines Falls sind so ungewöhnlich, dass seine Geschichte jetzt um die Welt geht - und das, obwohl die Ereignisse schon rund zwei Jahre zurückliegen, wie "Press Association" berichtet. Vor allem das Foto, das Ramon Sosa - so sein Name - tot zeigt, sorgt derzeit in den sozialen Medien für Aufsehen.

Tatsächlich handelt es sich bei dem buchstäblich leichenblassen Mann, der mit nacktem Oberkörper und Einschussloch an der Schläfe im Dreck liegt, um Sosa. Wer das Foto sieht, hat keinen Zweifel, dass darauf das Opfer eines Verbrechens zu sehen ist. Doch in Wahrheit ist es nicht so. Das Bild ist inszeniert - und zwar mithilfe von Schmink-Experten der , die auch für Einsatz-Übungen Menschen beeindruckend realistisch zu Verletzten oder Toten schminken können. Das Bild ist eine Falle. Sosas Ehefrau ist hineingetappt. 

2000 Dollar für den Mord

Denn wie sich letztlich herausstellte, hatte Maria Sosa, genannt Lulu, etwa Mitte 2015 einen Auftragskiller engagiert. Der Mann, dessen Name mit "Gustavo" angegeben wird, sollte für seine Dienste 2000 Dollar bekommen. Zu diesem Zeitpunkt verschlechterten sich die Lebensumstände des seit 2010 verheirateten Paares zusehends. Um Ramons und Lulus Fitness-Studio, das jahrelang gut gelaufen war, stand es inzwischen schlecht. "Das Geschäft lief nicht mehr so erfolgreich wie zuvor", zitiert die "Daily Mail" den Box-Coach. Die Geldsorgen beeinträchtigten die Beziehung massiv. Die 43-jährige Mexikanerin war offensichtlich nicht bereit, auch in schweren Zeiten zu ihrem Ehemann zu halten. "Ich dachte, wir würden das zusammen durchstehen", berichtet Sosa, "doch dann sagte Lulu aus heiterem Himmel: 'Ich will die Scheidung'".

Und es kam noch schlimmer: Wenig später erhielt Sosa einen Anruf. Der Mann am anderen Ende der Leitung erzählte ihm, dass seine Frau ihn umbringen lassen wolle. Der Anrufer war jener "Gustavo", den Lulu beauftragt hatte, den Mord zu organisieren. Was sie nicht wusste: "Gustavo" und ihr Mann kannten sich. "Ich kannte ihn, weil ich ihn gecoacht hatte", berichtet Sosa. "Früher steckte er in ernsten Schwierigkeiten, doch er hat sein Leben geändert."

Lulu beauftragt irrtümlich Bekannten ihres Mannes

Daher hatte "Gustavo" auch kein Interesse daran, den perfiden Plan Lulus durchzuführen. Glück für Ramon. Stattdessen verabredeten die beiden Männer, der Mexikanerin das Handwerk zu legen. "Gustavo" verabredete sich zum Schein mit Lulu, um die Mordpläne genauer zu besprechen. Dabei trug er ein verborgenes Mikrofon und zeichnete die Unterhaltung auf. In deren Verlauf ließ Lulu Sosa keinen Zweifel daran, dass sie ihren Ehemann tot sehen wollte. "Gustavo" wiederum gab vor, zwei Killer zu kennen, die den Job erledigen könnten.

Mit der heimlich angefertigten Aufnahme gingen die beiden Männer zur Polizei. Gemeinsam schmiedete man den Plan, Lulu dadurch in die Falle zu locken, dass Ramons inszeniert wurde. Der fachgerecht zur Leiche geschminkte Ramon musste sich in eine Grube in der texanischen Wüste legen. "Im Dreck zu liegen und vorzugeben, dass ich tot sei, war schrecklich", erinnert sich Sosa. "Als ich Lulu traf, hätte ich natürlich nie erwartet, dass unsere Beziehung einmal so enden würde." Fotos wurden geschossen und die kritische Phase des Plans begann: Sosa wurde drei Tage lang in ein Hotel eingeschlossen und durfte zu niemandem Kontakt haben, schließlich war nicht klar, ob seine Ehefrau nicht noch andere Killer auf ihren Mann angesetzt hatte.

Ramon Sosa: "Werde nie mehr derselbe sein"

Hatte sie nicht. Ein Polizist, der sich als von "Gustavo" engagierter Killer ausgab, traf sich mit Lulu und zeigte ihr das inszenierte Foto. Beim Anblick ihres toten Mannes, so wird berichtet, soll sie gelacht haben. Wenig später musste die schöne Mexikanerin realisieren, dass sie überführt war. Inzwischen sitzt sie bereits seit einem Jahr im Gefängnis - wegen Aufforderung zum Mord. Und dort wird sie, so das Urteil des Distrikt-Gerichts von Conroe/Texas, noch weitere 19 Jahre bleiben.

Der gebürtige Puertoricaner Ramon Sosa ging von Texas in seine ursprüngliche Heimat zurück. Dort lebt der dreifache Vater inzwischen mit einer anderen Frau zusammen. Obwohl er ein neues Leben habe, sei es nicht so, dass ihn die Ereignisse von vor zwei Jahren nicht nachhaltig verändert hätten. Im Gegenteil. "Ich werde nie mehr derselbe Mann sein", sagt Ramon.


dho

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