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Massaker in Mexiko Bewaffnete stürmen Suchtklinik und erschießen mindestens 24 Menschen

Sicherheitskräfte in Mexiko
Mitglieder der Nationalgarde waren vor der Einrichtung für Suchttherapie in Zentralmexiko im Einsatz
© Mario Armas / AP / DPA
Morde sind in Mexiko trauriger Alltag. Nun sind dem 24 Menschen in einer Einrichtung für Drogensüchtige zum Opfer gefallen. In der Gegend ist ein Kartell aktiv, dessen Chef nach Festnahme seiner Mutter mit Gewalt gedroht hatte.

Bei einem Angriff auf eine informelle Einrichtung für Suchttherapie sind in Mexiko mindestens 24 Menschen erschossen worden. Weitere sieben Menschen wurden dabei in einem Vorort der zentralmexikanischen Stadt Irapuato verletzt. Drei von ihnen waren in ernstem Zustand, wie die örtliche Polizei mitteilte. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador sprach von Konfrontationen zwischen Banden.

Medien berichteten von bis zu 30 Toten, hierfür gab es jedoch zunächst keine Bestätigung. Fotos zeigten nah beieinander auf einem Fußboden liegende Leichen junger Männer.

Bandenchef drohte mit Eskalation in Mexiko

Die Gegend im Bundesstaat Guanajuato ist eine der gefährlichsten Mexikos. Dort ist unter anderem das Kartell Santa Rosa de Lima aktiv, das vor allem in Benzindiebstahl verwickelt ist. Kartellchef José Antonio Yépez Ortiz alias "El Marro" veröffentlichte vor rund zehn Tagen ein Video, in dem er wütend mit einer Eskalation der Gewalt droht. Bei Razzien waren unter anderem seine Mutter und seine Schwester festgenommen worden. Die Mutter kam inzwischen wieder frei.

Die Gruppe von Yépez Ortiz kämpft auch mit dem mächtigen Verbrechersyndikat Cártel de Jalisco Nueva Generación (CJNG) um Territorium. Das CJNG wurde für ein gescheitertes Attentat auf den Polizeichef von Mexiko-Stadt vergangenen Freitag, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, verantwortlich gemacht. Das Haupteinflussgebiet des Kartells befindet sich im Westen des Landes. CJNG-Chef ist Nemesio Oseguera Cervantes, genannt "El Mencho". Für Hinweise, die zu seiner Festnahme führen, hat die US-Regierung zehn Millionen Dollar ausgelobt - im nördlichen Nachbarland Mexikos wird er wegen Drogenhandels gesucht.

100 Mordopfer am Tag, 60.000 Vermisste

Es hatte in Irapuato knapp einen Monat zuvor bereits einen Angriff auf eine Einrichtung für Drogenabhängige mit zehn Toten gegeben. Die "Annex" genannten Orte – die in der Regel nicht beim Staat registriert sind und weder über Genehmigungen noch medizinische Bedingungen verfügen, um Menschen zu therapieren – sind in Mexiko häufig eine Zielscheibe der Kartelle. Sie greifen Drogenhändler rivalisierender Gruppen an, die dort Unterschlupf finden. Berichten zufolge entführen die Gangster dort auch Drogenabhängige, um sie zu zwingen, für sich zu arbeiten. Im Dezember wurden mehr als 20 Menschen aus einem "Annex" in Irapuato entführt.

Im vergangenen Jahr wurden in Mexiko fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Zudem gelten mehr als 60.000 Menschen als verschwunden. Die Gewalt geht in diesem Jahr trotz der Coronakrise ungebrochen weiter. Das Blutvergießen geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind. Oft haben die Gangster Verbindungen zu örtlichen Sicherheitskräften. Die meisten Verbrechen in dem nordamerikanischen Land werden nie aufgeklärt, geschweige denn geahndet.

wue DPA

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