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Massaker in Norwegen: Breivik will "mildernde Umstände" durchsetzen

Er hat einen der brutalsten Massenmorde verübt, nun pocht Attentäter Anders Breivik auf "mildernde Umstände". Er sei geständig und habe Kinder verschont, argumentieren seine Anwälte.

Die Anwälte des norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik wollen beim bevorstehenden Prozess "mildernde Umstände" geltend machen und ein geringeres Strafmaß durchsetzen. Der 32- jährige Rechtsradikale und Islamhasser hatte am 22. Juli bei einem Massaker auf der Insel Utøya 69 Teilnehmer eines Jugendlagers ermordet. Kurz zuvor starben acht Menschen durch eine von ihm im Osloer Regierungsviertel platzierte Autobombe. Breivik sei geständig und habe Kinder verschont, argumentieren die Anwälte.

Die Osloer Zeitung "VG" berichtete am Freitag, die Anwälte Geir Lippestad und Vibeke Hein Bæra wollten bei dem ab nächsten April erwarteten Prozess erwirken, dass Breivik nicht die in Norwegen geltende Höchststrafe von 21 Jahren absitzen muss. Dabei würden sie den Zeitungsangaben zufolge als mildernde Umstände unter anderem anführen, dass Breivik die Tat umgehend gestanden und der Polizei nach seiner Festnahme umfassend Auskunft gegeben habe.

Bei der Tötung von überwiegend jugendlichen Teilnehmern des sozialdemokratischen Sommerlagers auf Utøya habe er außerdem Kinder verschont. Er habe der Polizei außerdem zweimal von sich aus per Telefon angeboten, das Massaker zu beenden. Die alarmierten Antiterroreinheiten waren erst eine Stunde nach Beginn des Mordens eingetroffen. Sie konnten Breivik ohne Gegenwehr festnehmen.

Als strafmildernd wollen die Anwälte auch geltend machen, dass miserable Sicherheitsmaßnahmen im Osloer Regierungsviertel dem Attentäter die Platzierung seiner Autobombe direkt vor dem Hochhaus mit dem Büro von Ministerpräsident Jens Stoltenberg leicht gemacht hätten. Die Anwälte haben für Freitag eine Pressekonferenz zur Erläuterung ihrer Prozessstrategie angekündigt.

fro/DPA / DPA