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Massengentest im Fall Bögerl: Die Verweigerer von Neresheim

Rund 3000 Männer aus Neresheim wurden aufgerufen, in einem Mordfall eine Speichelprobe abzugeben. Nur 1300 kamen. Denn es gibt jede Menge Vorbehalte gegen den Massengentest.

Von Mathias Becker

Es war ruhig geworden um den Fall, der die Ostalb über Jahre in Atem hielt, und so dachte Thomas Weber zunächst an eine Verkehrskontrolle, als er im vergangenen Herbst ein halbes Dutzend Polizeiwagen am Straßenrand bemerkte. Intuitiv trat er auf die Bremse und erblickte im Vorbeirollen eine Hundestaffel. Da begriff er, worum es ging. Im Mai 2010 war Maria Bögerl, die Ehefrau des Kreissparkassenchefs, aus dem benachbarten Heidenheim entführt und ermordet worden. Seither durchsuchte die Soko "Flagge" in unregelmäßigen Abständen Häuser, Scheunen und Keller in der Region, zuletzt verstärkt in Thomas Webers Wohnort Neresheim. Ein halbes Jahr später steht der 40-jährige Facharbeiter in der Härtsfeldschule, seiner alten Schule, um seine Unschuld zu beweisen.

Lösegeldforderung mit Dialekt

Rund 3000 Neresheimer zwischen 21 und 68 Jahren sind aufgerufen, freiwillig eine Speichelprobe abzugeben. Die Ermittler hätten kein Problem damit gehabt, alle Männer im Landkreis zu testen, doch das Amtsgericht Ellwangen hatte gefordert, den DNA-Test räumlich zu begrenzen. Also nahm man Neresheim ins Visier, denn die Ermittler vermuten, dass mindestens ein Täter aus der 8000-Einwohner-Stadt stammt. Der Mann, der am Telefon Lösegeld gefordert hatte, soll "Härtsfelder Dialekt" gesprochen haben. Zudem wurde die A-Klasse des Mordopfers im Hof von Kloster Neresheim gefunden, hinter einem unscheinbaren Torbogen. Wer diesen Parkplatz kennt, kennt sich aus, sagt die Soko. "Wer nix verbrochen hat, kann doch teilnehmen", sagt Thomas Weber und verschwindet hinter der Glastür des grauen Zweckbaus.

"Bürger sind gläsern genug"

Nicht jeder denkt wie er. In der Gaststätte des Sportvereins am Ortsrand machen an diesem Sonntag so viele Zweifel am Massengentest wie Halbliter-Weinschorlen die Runde. "Das ist der letzte Strohhalm", meint ein Neresheimer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er wäre dem Test am liebsten ferngeblieben. Er ist misstrauisch geworden. "Wir Bürger sind gläsern genug", sagt er und zahlt sein Bier in bar. So wie er auch sonst alles in bar bezahlt. Klar, aus seinen Navi-Daten könne man Bewegungsprofile erstellen. "Ganz ohne Spuren zu hinterlassen, geht es eben nicht mehr." Schlussendlich war er doch beim Test, seine Frau habe ihm Druck gemacht. "Sie wollte nicht, dass eines Tages die Polizei vor der Tür steht." Seine DNA sei jetzt jedenfalls gespeichert, auch über den Tag hinaus, da ist er sich sicher, auch wenn der Staatsanwalt das Gegenteil behauptet.

Verweigerer der DNA-Reihenuntersuchung müssen sich jetzt darauf einstellen, dass sie Post von der Polizei bekommen und zu einem Nachzüglertermin gebeten werden. Wer auch dann zu Hause bleibt, wird vermutlich in Ruhe gelassen. Es sei denn, es ergeben sich Verdachtsmomente. Dann kann ein Richter den Verweigerer zwingen, eine DNA-Probe abzugeben. Einer der Verweigerer sitzt an diesem Sonntagnachmittag ebenfalls in der Gaststätte des Sportvereins. Auch er will anonym bleiben. "Wenn ich persönlich aufgefordert werde, muss ich gehen", sagt er. "Aber freiwillig? Das mach' ich nicht. Schluss!"

Pannenserie während der Ermittlungen

Es ist nicht nur die Sorge um den Verbleib der Daten, die viele umtreibt, sondern auch eine generelle Skepsis gegenüber den Ermittlern, deren Arbeit sich in diesem Fall nur als Pannenserie beschreiben lässt. Erst scheiterte die Übergabe des Lösegelds, dann wurden Angehörige des Opfers verdächtigt, abgehört, unter Druck gesetzt. Ein Jahr nach dem Mord an seiner Frau hielt Ehemann Thomas Bögerl nicht mehr stand. Er nahm sich das Leben.

"Die haben hier alle überprüft", sagt der Verweigerer. Sein Nebenmann erzählt, wie sie eines Tages vor seiner Tür standen. "Ich arbeite manchmal in der Nähe des Tatorts in einem Gasthof", sagt er. Er vermutet, dass die Verbindungsdaten seines Handys ihn auf die Liste der Verdächtigen brachten. Er ist nicht der einzige am Tisch, der heute nicht zum Test muss, weil er seine DNA schon längst abgegeben hat, freiwillig, weil ihn die Polizei darum gebeten hat.

"Ich bin Waldarbeiter", sagt einer, dem die Kuppe des Zeigefingers fehlt. Wo er Holz macht, wurde die Leiche von Maria Bögerl gefunden. Die Polizei war schon bei ihm, kurz nach der Tat. Und nicht nur bei ihm: Männer mit langen schwarzen Haaren, Mitglieder eines Motorradclubs, Kunden eines Spielcasinos, Autofahrer in der Nähe des Tatorts: 400 Speichelproben haben die Beamten bereits gesammelt, ohne Treffer. "Die haben nix", ist sich der Verweigerer sicher und hält den DNA-Test für Augenwischerei. "Wer das getan hat, ist längst über alle Berge."

Intimste Daten für den Staat

Ein Neresheimer, der seine DNA ebenfalls nicht abgegeben hat, sitzt an diesem Sonntag nicht in der Vereinsgaststätte, sondern erzählt am Telefon von seinen Bedenken. Auch er will seinen Namen nicht nennen. Natürlich müsse der Mörder gefunden werden, sagt er. Und ein DNA-Abgleich sei auch nicht grundsätzlich abzulehnen. Er störe sich nur daran, dass eine Stadt dem Staat freiwillig ihre intimsten Daten in die Hand geben soll. Er zögert einen Augenblick und sagt dann: "Ich weiß nicht genau, ob ich das richtig sehe." Doch er könne zweifelsfrei beweisen, wo er zur Tatzeit war. "Warum darf ich mich nicht auf anderem Wege entlasten?", fragt er. "Warum muss ich meine DNA trotzdem abgeben?" Befürchtet er negative Folgen durch seine Verweigerung? "Wir werden sehen."

Am späten Nachmittag parken vor der Härtsfeldschule mehr Autos als am Mittag. "Ich habe keine Lust, irgendwann nach Ulm zu müssen, um die Probe abzugeben", sagt einer und marschiert ins Schulgebäude. Als er wieder herauskommt, wirkt er nachdenklich. Vor der Speichelprobe sollte er einen Zettel unterschrieben, erzählt er. "Auf dem stand, dass die Daten nicht mit der Datei des Bundeskriminalamtes abgeglichen und nicht für andere Ermittlungen eingesetzt werden", sagt er. Dass sie gelöscht werden, habe er auf dem Blatt nicht gelesen.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.