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Mehr sexueller Missbrauch: Zahl der getöteten Kinder 2011 gesunken

Die Zahl der getöteten Kinder in Deutschland ist im vergangenen Jahr um etwa 20 Prozent auf 146 gesunken. Die Fälle von sexuellem Missbrauch nahmen hingegen zu.

Die Zahl getöteter Kinder in Deutschland ist im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent auf 146 gesunken. Das teilte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, am Dienstag in Berlin mit. Darunter seien 63 vorsätzliche Tötungsdelikte gewesen. Die in der Kriminalstatistik der Polizei erfasste Zahl von Misshandlungsfällen an Kindern fiel seinen Angaben nach 2011 im Vergleich zum Vorjahr um etwa sechs Prozent auf knapp 4100.

Dagegen nahm der sexuelle Missbrauch von Kindern im vergangenen Jahr um knapp vier Prozent zu. "Über 14 000 Kinder wurden Opfer eines sexuellen Missbrauchs", sagte Ziercke. Zudem wurden 2011 im Schnitt täglich 17 Fälle im Bereich der Kinderpornografie gezählt. Das Dunkelfeld sei allerdings wesentlich größer.

Ziercke nannte die vom BKA gemeinsam mit dem Verein Deutsche Kinderhilfe und dem Bund Deutscher Kriminalbeamter vorgelegte Statistik gleichwohl "erschreckend". Die Bilanz erfasst alle Kinder, die Opfer von Tötungsverbrechen oder einer strafrechtlich bedeutsamen Vernachlässigung mit Todesfolge werden.

Kinderhilfe-Vorsitzender Georg Ehrmann forderte eine grundlegende Reform des staatlichen Kinder- und Jugendhilfesystems. Dieses könne in seiner jetzigen Form nicht als funktionierend beschrieben werden, sagte er in Berlin. Es gebe keine bundesweit einheitlichen Qualitätsstandards, etwa was die Praxis von Hausbesuchen in Familien oder den Umgang mit als gewalttätig bekannten Eltern angehe.

AFP/DPA / DPA
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