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Melbourne: Mann wirft Tochter von 58 Meter hoher Brücke

Drama auf der West Gate Bridge in Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne: Mitten im Berufsverkehr hat ein Mann sein Auto gestoppt, seine vierjährige Tochter herausgeholt und sie von der Brücke in den darunter fließenden Fluss geworfen.

Melbourne im Schockzustand: Ein australischer Vater von drei Kindern hat seine kleine Tochter am Donnerstag vor den Augen seiner beiden Söhne von einer Brücke 58 Meter tief in den Tod geworfen. Das Leben der vierjährigen Darcy hing noch ein paar Stunden am seidenen Faden, ehe sie ihren Kampf ums Überleben verlor. Der 35-jährige Vater wurde festgenommen und wegen Mordes angeklagt.

Entsetzt erfuhren die Australier im Laufe des Tages die Einzelheiten der grauenvollen Tat: Der Vater, der mit der Mutter der Kinder offenbar um das Sorgerecht streitet, fuhr mit seinem Geländewagen auf der achtspurigen West Gate-Brücke um kurz nach neun Uhr morgens auf den Randstreifen. "Er stieg sofort aus, nahm das kleine Mädchen aus dem Auto, ging zur Brüstung und ließ es fallen", berichtete der leitende Ermittler Stephen Clark. Das Kind schlug 58 Meter tiefer im Fluss Yarra auf. Dann brauste der Mann davon, zu einem Termin beim Vormundschaftsgericht - mit den beiden sechs und acht Jahre alten Brüdern der Kleinen im Auto.

Der 35-Jährige kam dort völlig aufgelöst an. "Kannst Du Dich um meine Kinder kümmern?" soll er verzweifelt einen Wachmann angefleht haben. Dann ließ er sich widerstandslos festnehmen. Die Fernsehzuschauer sahen den Mann mit Halbglatze weinend, die Hände vor dem Gesicht, im Polizeiwagen sitzen. Vor Gericht erschien er später nicht. Der 35-Jährige stehe unter akutem psychischen Schock und sei selbstmordgefährdet, berichtete die Polizei. Anwältin Elanor Peattie sagte der Zeitung "Age", sie habe kaum mit ihrem Mandanten sprechen können. Das Gericht setzte die nächste Anhörung für den 21. Mai an.

Auf der Brücke waren zum Zeitpunkt der Tragödie mitten im Berufsverkehr hunderte Autos unterwegs. Doch der Mann handelte so schnell, dass niemand die Chance hatte, einzugreifen, berichtete die Polizei. Die Behörden waren am Morgen schon alarmiert, weil der Mann die Kinder nicht wie verabredet zur Schule und zum Kindergarten gebracht hatte. Allerdings wusste niemand, wo er war.

Schockierte Autofahrer alarmierten sofort nach dem Vorfall Polizei und Rettungskräfte, die das Mädchen aus dem Fluss bargen. Sie brachten die Kleine noch mit einem Hubschrauber ins nächste Kinderkrankenhaus - doch erlag Darcy dort vier Stunden später ihren schweren inneren Verletzungen. Die beiden überlebenden Kinder waren unverletzt. Sie wurden in die Obhut ihrer Mutter übergeben.

DPA / DPA
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