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Menschenhandel: Luxusreise endete im Sexkäfig

"Unvergessliche Erfahrungen touristischer Natur" versprach ein Veranstalter 500 jungen Bulgarinnen. Bei der Ankunft auf den Kanaren erwartete sie allerdings statt legaler Arbeit ein Dasein als Sex-Sklavinnen.

Die bulgarische Polizei hat einen Menschenhändler-Ring zerschlagen, der 500 Frauen auf den Kanarischen Inseln als Sex-Sklavinnen ausgebeutet hat. Die überwiegend jungen und gut aussendenden Bulgarinnen seien mit falschen Versprechen auf die spanische Inselgruppe gelockt worden.

Lockmittel war legaler Job

Wie das bulgarische Innenministerium am Dienstag mitteilte, wurde den Frauen vorgegaukelt in Urlaubsorten mit luxuriösen Anwesen und Yachten legal arbeiten zu dürfen und dort "unvergessliche Erfahrungen touristischer Natur" machen zu können. Tatsächlich hätten sich die Frauen jedoch nicht frei bewegen dürfen und seien als Sex-Sklavinnen von ihren Zuhältern ausgebeutet worden.

Die spanische Staatsanwaltschaft will nun gegen 33 Personen Anklage erheben. Unter den Verdächtigen sollen neben 15 Bulgaren auch Bürger aus zahlreichen weiteren Ländern wie Spanien, Russland und der Ukraine sein. Die Ermittlungen, die bereits vor zwei Jahren eingeleitet wurden, sind immer noch am Laufen.

Organisierte Kriminalität behindert EU-Beitritt

Die Europäische Union hat das Ausmaß der organisierten Kriminalität und der Korruption in Bulgarien mehrfach kritisiert und den für 2007 geplanten EU-Beitritt davon abhängig gemacht, ob es der Regierung in Sofia gelingt, diese Probleme in den Griff zu bekommen.

Reuters / Reuters