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Suche nach Motiv und Täter Schaffner in ICE mit Messer verletzt – Polizei veröffentlicht Täterbeschreibung

Ein ICE 1 der Deutschen Bahn AG
Der ICE war auf dem Weg vom Münchener Hauptbahnhof nach Berlin-Gesundbrunnen (Symbolbild)
© Jochen Schmidt / Deutsch Bahn AG / PR-Material
Auf freier Strecke kam am Sonntagnachmittag ein ICE zwischen München und Augsburg zum Stehen. Ein Zugbegleiter hatte die Notbremse gezogen, nachdem er von einem Fahrgast mit einem Messer angegriffen wurde. Die Polizei veröffentlichte nun die Beschreibung des Täters.

Am Tag nach einem Messerangriff auf einen 60-Jährigen Zugbegleiter in einem ICE zwischen München und Augsburg sucht die Polizei weiter nach dem Täter. Inzwischen haben die Ermittler eine Personenbeschreibung des Täters veröffentlicht.

Es handelt sich demnach um einen 20 bis 30 Jahre alten Mann. Er soll etwa 1,85 bis 1,90 Meter groß und schlank sein und eine "ungepflegte Erscheinung" haben. Er trug längere dunkelblonde Haare, einen kurzen Bart und war mit einem roten T-Shirt bekleidet. Er hatte einen Rucksack bei sich und war möglicherweise barfuß unterwegs. Laut Zeugen sprach er mit einem Berliner Dialekt.

Schaffner durch Angriff im ICE schwer verletzt

Nach bisherigen Ermittlungen hat der Unbekannte am Sonntagnachmittag gegen 17.20 Uhr einem der Schaffner des Zuges bei einer Fahrkartenkontrolle zunächst ins Gesicht geschlagen und ihn dann mehrfach mit einem Cutter-Messer angegriffen.

Der Zugbegleiter wurde durch die Attacke nach Polizeiangaben schwer am Hals verletzt, habe aber noch die Notbremse des Zuges ziehen können. Der ICE kam nahe Althegnenberg (Landkreis Fürstenfeldbruck) zum Stehen.

"Unmittelbar nach dem Stillstand beschädigte der Tatverdächtige eine Außenscheibe des Zuges und flüchtete", teilten die Beamten weiter mit. Die alarmierte Polizei leitete sofort eine Großfahndung ein, an der unter anderem ein Hubschrauber sowie Kräfte von Bundes- und Landespolizei beteiligt waren. Der Täter konnte jedoch bislang nicht gefasst werden.

Der verletzte Bahnmitarbeiter wurde in ein Krankenhaus gebracht, er schwebte nicht in Lebensgefahr.

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt nun wegen eines versuchten Tötungsdeliktes gegen den Unbekannten. Nach der Versorgung des Verletzten fuhr der ICE in den Bahnhof Augsburg, wo die Spurensicherung die Arbeit aufgenommen hat. Gerüchte, wonach der Angriff mit der Nichteinhaltung der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasenschutzes im Zug in Verbindung steht, konnte ein Polizeisprecher auf stern-Anfrage nicht bestätigen. "Die Suche nach dem Motiv für die Tat ist Bestandteil der Ermittlungen", sagte er. Der Täter soll keine Fahrkarte und keinen Ausweis bei sich gehabt haben.

Die Passagiere des ICE 702 mussten nach Ankunft in Augsburg in einen anderen Zug umsteigen. Wegen der zwischenzeitlichen Streckensperrung gab es Behinderungen im Bahnverkehr. Der betroffene Zug war auf dem Weg vom Münchener Hauptbahnhof nach Berlin-Gesundbrunnen.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn verurteilte den Angriff. "Wir sind mit unseren Gedanken bei unserem Kollegen, dem wir eine rasche Genesung wünschen", sagte sie am Sonntagabend der Nachrichtenagentur DPA.

Wer Angaben zu dem Messerangriff machen kann, den Gesuchten gesehen hat oder weiß, wo er sich aufhält, wird gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck unter der Telefonnummer (08141) 6120 in Verbindung zu setzen.

Quellen:Polizeipräsidium Oberbayern Nord (1), Polizeipräsidium Oberbayern Nord (2), Deutsche Bahn, Nachrichtenagenturen DPA und AFP


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